Addi Drenkmann aus Kusey hat sein Hobby zum Beruf und wieder umgekehrt gemacht

Motorpark Marke Eigenbau

Erst machte er sein Hobby zum Beruf, dann den Beruf wieder zum Hobby: Addi Drenkmann aus Kusey ist leidenschaftlicher Bastler an Motoren und Landmaschinen.

Kusey. Das Herz von Adolf – von allen Addi genannt – Drenkmann schlägt für Motoren. Und das schon seit seiner Kindheit. Er ist in Quarnebeck aufgewachsen.

„Schon in meiner frühesten Kindheit Anfang der 1950er Jahre interessierte mich vor allem die Landtechnik“, blickt der Kuseyer zurück. In seinem Heimatort Quarnebeck gab es damals zwei „Primus“, drei „Bulldogs“ und einen 28er „Deutz“ mit seinem herrlichen Deutz-Klang. Mit der Maschinenausleihstation (MAS) kamen „Pionier“, „RS 30“ und „Famulus“ dazu. „Mein Wunsch war von Anfang an, einen Trecker selbst zu bauen, aber eine oder zwei Nummern kleiner als die Originale“, erinnert sich Addi Drenkmann.

Nach der Berufsberatung war klar, dass er unbedingt Landmaschinen- und Traktorenschlosser werden wollte. Der Polytechnische Unterricht hatte seinen Beitrag dazu geleistet. Es klappte mit einer Ausbildung beim LIW in Gardelegen. Schon dort entstanden im Unterricht erste Skizzen für einen Eigenbautraktor. Der naheliegende Schrottplatz war eine gute Fundgrube für Teile, die Addi Drenkmann dafür gebrauchen konnte. Während seiner Armeezeit in Salzwedel fand er das entscheidende Schaltgetriebe im Schrott bei Stappenbeck.

1968 begann die Bastelei an Motoren, der erste Traktor stand bald auf den Rädern. „Inzwischen sind durch immer wieder getätigten Um- und Neubau fünf Traktoren aus meiner Hand entstanden“, berichtet der Kuseyer stolz.

Nach der Wende kam ein weiteres Steckenpferd dazu: Addi Drenkmann war auf die Restaurierung von Stationärmotoren aufmerksam geworden. Ein Buch gab den Anstoß dazu. Inzwischen hat der Kuseyer zehn Motoren restauriert, von Junkers, Deutz, Hatz, DKW, Barkas und Cunewalde.

Addi Drenkmann tauscht sich gern mit anderen über seine Leidenschaft für die Motoren aus. „Ich habe inzwischen viele Leute aus diesem Interessengebiet kennengelernt“, erzählt er. Von Nordfriesland bis zum Bodensee, von Holland bis in den Spreewald, wo der größte Motorensammler Deutschlands wohnt, reichen seine Kontakte. Einmal im Jahr, Ende September, fährt Addi Drenkmann mit ausgewählten Motoren nach Hänigsen bei Burgdorf, außerdem präsentiert er seine Arbeiten in Hohengrieben, Winterfeld, Lüderitz und Ellingen. Mit ein paar Treckerfreunden aus der Altmark unternimmt er jährlich eine Treckerausfahrt in die nähere Umgebung.

Weil ihm nicht nur die Motoren, sondern auch die Arbeit mit der Technik Spaß macht, hat Addi Drenkmann inzwischen auch die benötigten Gerätschaften und Anbaugeräte für die Maschinen selbst gebaut und hergerichtet. Vom Grubber bis zum Pflug, von der Kreissäge über den Schneepflug bis zur fahrbaren Leiter reichen seine selbst konstruierten Anbaugeräte. Auch Sohn Jens konnte von der Leidenschaft des Vaters schon profitieren. Für ihn baute er auch einen Traktor und den passenden Anhänger dazu.

Von Wolfram Weber

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