Hartmut Leneke beklagt starken Rückgang der Breitblättrigen Sitter

Abgemähte Orchideen: Naturpark will prüfen

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Die Breitblättrige Sitter steht derzeit in voller Blüte. Entlang des Röwitzer Pappeldamms können nur entlang eines nicht ausgebauten Teilstücks einzelne Exemplare ausgemacht werden.

Röwitz. Derzeit, wenn auch deutlich unscheinbarer als so manche ihrer Artverwandten, steht die Breitblättrige Sitter – eine auch im Drömling vorkommende Orchideenart – in voller Blüte.

Noch bis in den August hinein warten die grünlichen, meist mit einer violetten Färbung überzogenen Blüten darauf, von Bienen oder Fliegen bestäubt zu werden. Die im Niedermoorgebiet mit einer Wuchshöhe von bis zu 70 Zentimetern vorkommende Orchidee zählt deutschlandweit betrachtet zwar nicht zu den gefährdeten Arten, seit etwa vier Jahrzehnten ist jedoch ein Rückgang der Bestände zu beobachten. So wie auch entlang des Pappeldamms bei Röwitz, wo es laut des Kuseyers Hartmut Leneke vor wenigen Jahren noch mehr als 1000 Exemplare der Breitblättrigen Sitter gegeben hatte. Nicht nur der Wegeausbau vor zwei Jahren habe dem Bestand nach Einschätzung des 59-Jährigen nachhaltig geschadet. Hinzu komme, dass die Randstreifen des Weges noch vor der Blütenzeit gemäht werden. Bereits im vergangenen Jahr hatte der Kuseyer darauf aufmerksam gemacht (AZ berichtete). Die Hoffnung, dass auf die Pflanzenart nun besser geachtet werde, erfüllte sich jedoch nicht. Denn vor wenigen Wochen rückte erneut der Mäher an. Nur entlang eines nicht ausgebauten Teilstücks des Pappeldamms blühen derzeit einige der Pflanzen.

Auf Anfrage des Kuseyers bei der Naturparkverwaltung in Oebisfelde versprach diese nun, den Sachverhalt zu prüfen und „eine fachliche Bewertung vorzunehmen“. Und zwar zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde des Altmarkkreises Salzwedel sowie gegebenenfalls mit dem Landesamt für Umweltschutz in Halle. Auch mit der Stadt Klötze und den landwirtschaftlichen Nutzern des Bereiches, so kündigte Naturparkleiter Fred Braumann an, werde Rücksprache gehalten. Bis Ende des Monats soll es eine Entscheidung zum künftigen Umgang mit der Breitblättrige Sitter geben.

Von Matthias Mittank

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