Strecke des Milde-Biese-Radwanderweges ändert sich

In Zukunft Milde-Biese-Aland-Tour

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Melissa Schmidt (r.) gratulierte Beatrice Krause-Apel zur Hochzeit, bevor diese über die Milde-Biese-Tour-Änderung informierte.

Kalbe. Aus der Milde-Biese-Tour wird die Milde-Biese-Aland-Tour. Das verkündete am Montagabend Beatrice Krause-Apel von der Tourist-Information der Mildestadt bei der Jahreshauptversammlung des Altmärkischen Tourismusvereins Kalbe.

Ursprünglich hatte man lediglich vor, die Flyer des beliebten Radwanderweges zu erneuern, so Krause-Apel.

Bei der Hauptversammlung schauten sich die Anwesenden den neuen Streckenverlauf der Milde-Biese-Aland-Tour an.

Im Zuge der Planung stand man auch im Gespräch mit den Anrainerkommunen. Und bei diesen Beratungen musste die Gemeinde Arendsee signalisieren, dass man sich auf Grund der schwierigen Haushaltssituation finanziell nicht beteiligen könne. Die Gemeinden Osterburg und Seehausen sowie Bismark hatten dann aber Interesse an einer Beteiligung bekundet. Die neue Strecke verlängert sich von knapp 82 auf 95 Kilometer. „Arendsee ist aber nicht ganz raus“, erklärte Beatrice Krause-Apel den Mitgliedern des Tourismusvereins, dem auch die Initiatorinnen der Milde-Biese-Tour, Elisabeth Ozminski und Sigrid Gassel, angehören. Zwar führe der Radwanderweg (Startpunkt ist die Quelle der Milde in Letzlingen) nun ab Gladigau offiziell nicht mehr in Richtung Arendsee, sondern nach Osterburg und Seehausen, allerdings wird auch der Weg nach Arendsee als Alternativroute ausgeschildert, nur eben nicht mehr als Teil der Milde-Biese-Aland-Tour. Auch Bismark wird als Alternativroute ausgeschildert. Die Milde-Biese-Aland-Tour endet künftig in Beuster. Beuster liege in der Nähe des Elbe-Radweges, was ein wichtiger Verbindungspunkt sei, erklärte Sigrid Gassel. „Das war auch das Ziel, dass die Radfahrer auch runter zu uns kommen.“ Die neuen Flyer sollen zeitnah in den Druck gehen und „wir hoffen, dass bis zur nächsten Radtour-Saison auch die entsprechenden Beschilderungen stehen“, so Krause-Apel. Dass die Beschilderungen an Radwegen „ein altmarkweites Problem sind“, wie Vereinsvorsitzende Melissa Schmidt anmerkte, wurde im weiteren Verlauf der Jahreshauptversammlung angesprochen. So würden in der Einheitsgemeinde Schilder einfach verschwinden. Aber auch in den Anrainergemeinden seien wichtige Anknüpfungspunkte für die Touristen nicht optimal ausgeschildert, fügte Doreen Klein-Quisdorf vom Landhotel „Zum Pottkuchen“ an. „Teilweise leite ich die Touristen über das Handy.“ Viele hätten sich unterwegs schon verirrt, teilte Klein-Quisdorf ihre Erfahrungen mit. „Das macht die Gäste unzufrieden“, was den Tourismus nicht gerade fördere.

Dabei spielt der Tourismus eine immer stärkere Rolle in der Altmark und sei inzwischen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor geworden. Laut der Studie „Die Altmark – eine dynamische Tourismusregion“ können knapp 5000 Menschen durch die Tourismusbranche ihren Lebensunterhalt bestreiten, teilte Sigrid Gassel eines der Ergebnisse der Untersuchung mit. Dies konnte Melissa Schmidt bestätigen. So habe sie für den Reiterhof Dammkrug erst vor kurzem zwei weitere Mitarbeiter eingestellt.

Obwohl man Arbeitsplätze schaffe, sehe der Kalbenser Stadtrat im „Tourismus eine freiwillige Aufgabe“, bemängelte Melissa Schmidt, die selbst Mitglied im Stadtrat ist. Kritikpunkte und Forderungen, wie beispielsweise die nach mehr Sitzbänken im Stadtgebiet oder der besseren Instandhaltung von Schildern an touristischen Wegen und der Pflege der Grünanlagen, müssten innerhalb der Gremien und der Verwaltung an Stellenwert gewinnen. Dabei helfen sollen Umfragebögen, die künftig in Hotels, Gaststätten, Cafés, der Tourist-Information und anderen ausgewählten Standorten ausgelegt werden sollen. Melissa Schmidt und Doreen Klein-Quisdorf stellten am Montagabend den ersten Entwurf der Umfragebögen vor. Besucher der Einheitsgemeinde können darauf mitteilen, was ihnen während ihres Aufenthaltes gefallen hat und was noch verbesserungswürdig ist. Dadurch könne man bei der Stadt „viele Dinge untermauern: ‘Seht her, hier steht es schwarz auf weiß’“, so Schmidt. Aber auch insgesamt „bekommen wir ein Feedback“. Denn neben der Bewertung von Unterkunft, Stadtbild, Freizeit- und Gastronomieangeboten finden sich auf dem Umfragebogen auch Fragen zu Zeitraum, Dauer und Grund des Aufenthaltes, mit wem und wie (Bus, Pkw etc.) der Gast angereist ist, oder auch, wie er auf Kalbe aufmerksam geworden ist. So bekäme man selbst ein besseres Bild vom Tourismus und könne noch besser auf die Gäste eingehen. Denn „sie möchten gehört werden“, so Doreen Klein-Quisdorf.

Von Hanna Koerdt

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