Mehrins Löschgruppe und Kirchen-Förderverein fühlen sich im Bauernstuben-Streit missverstanden

„Wir wollen niemanden erpressen“

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Der idyllisch gelegene Bürgerpark am Rande von Mehrin soll auch eine Schlechtwettervariante bekommen. Das erhofft sich der Förderverein Kirche Mehrin, der das Gelände pflegt.

Mehrin. Die Löschgruppe Mehrin und der örtliche Kirchen-Förderverein fühlen sich missverstanden. Und zwar von der Kalbenser Stadtverwaltung und den Stadträten.

„Wir wollen niemanden erpressen und auch keinen unter Druck setzen“, betont Sven Läsecke, der Leiter der Mehriner Feuerwehrleute. Genau das hatten Stadträte der Löschgruppe zuletzt vorgeworfen. „Was wir möchten, ist ein wenig Entgegenkommen und auch Dankbarkeit für das, was wir hier leisten. “.

Es ging bis vor kurzem um den Verkauf der Mehriner Bauernstube. „Das Thema ist jetzt durch und nicht mehr zu ändern“, so Sven Läsecke. Die Art und Weise, wie dies vonstatten ging, ärgert aber Fördervereins-Vorstandsmitglied Dana Läsecke. Ihren Worten zufolge habe es Gespräche mit der Stadt, namentlich mit dem – derzeit in Urlaub befindlichen – Bürgermeister Karsten Ruth wegen eines möglichen Pachtvertrags gegeben. „Das klang alles sehr optimistisch“, so Dana Läsecke. Kurz danach sei der Anruf aus dem Rathaus gekommen: Die Bauernstube sei verkauft, weitere Gespräche hätten sich somit erledigt. „Wir waren sehr enttäuscht und fühlten uns übergangen“, erinnert sie sich.

Alternative zur Bauernstube: Der Förderverein Kirche Mehrin kümmert sich um den Bürgerpark, idyllisch am Dorfrand gelegen. „Wir haben dort aber keine Schlechtwettervariante“, so Dana Läsecke. Deshalb der Vorschlag des Vereins: Die Stadt möge ein Holzhaus anschaffen, in das man sich bei Regen zurückziehen könnte. „Das wäre eine einmalige Investition. Denn um alles andere, vor allem um die Pflege, kümmern wir uns“, argumentiert sie. Eine positive Reaktion seitens der Stadt habe es dazu aber bisher nicht gegeben, bedauert das Fördervereins-Vorstandsmitglied.

Eines der Argumente für den Verkauf der Mehriner Bauernstube: Der Raum wurde im Vorjahr nur dreimal genutzt. Diese Zahl bestätigen Sven und Dana Läsecke. Warum das so war? Vor mehreren Jahren, so berichtet sie, habe die Stadt den Mietpreis von 20 auf 80 Euro erhöht, also vervierfacht. „Das konnten wir uns nicht mehr leisten“, so Dana Läsecke. Also traf man sich in der Kirche. Dass diese Erhöhung mittlerweile zurückgenommen sei, „das hat uns niemand mitgeteilt“, so lautet ihr Vorwurf.

Vorwürfe im jüngsten Stadtrat, wonach der Streit in Mehrin vor allem persönliche Gründe habe, weist Sven Läsecke zurück. „Was uns betrifft, stimmt das definitiv nicht.“ Ihm gehe es vor allem darum: „Es wäre traurig, wenn man die Dorfgemeinschaft einschlafen lässt und wir keinen kommunalen Treffpunkt mehr haben.“

Von Stefan Schmidt

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