Beteiligte Akteure ziehen positive Bilanz zum Abschluss des Bodenordnungsverfahrens Vienau-Dolchau-Mehrin

Im wahrsten Sinne neue Wege eröffnet

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Nach 25 Jahren ist es vollbracht: Ein positives Resümee zum Bodenordnungsverfahren Vienau-Dolchau-Mehrin ziehen Ralf Radeischak (v.l.) und Wilfried Schröder vom ALFF Altmark, Helgard und Bruno Mertens vom beteiligten Ingenieurbüro, TG-Vorstandsmitglied und Landwirt Rüdiger Palm, Ulrich Eggert vom VTG, TG-Vorstandsmitglied und Landwirt Rüdiger Schulze, der TG-Vorsitzende Fritz Borchmann und sein Stellvertreter Werner Mertens sowie Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth.

mb/koe Vienau. Innerhalb der vergangenen 25 Jahre wurden aus 1611 Flurstücken 1189 Flurstücke.

Für viele Grundeigentümer lösten sich endlich Probleme wie rechtliche Konflikte mit Nachbarn, ungeregelte Überbauungen und Nutzungen, fehlende oder beseitigte Erschließungen, ein marodes Wegenetz und die Unkenntnis über die genaue Lage der eigenen Flurstücke: Ein positives Resümee zog vor kurzem der Vorstand der Teilnehmergemeinschaft der Grundeigentümer (TG) sowie weitere Akteure anlässlich des Abschlusses des Bodenordnungsverfahrens Vienau-Dolchau-Mehrin, der mit der Schlussfeststellung durch das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Altmark (ALFF) vollzogen wurde.

Alles fing mit einer Veranstaltung am 10. Januar 1991 in Brunau an, bei der über die Möglichkeiten der Flurneuordnung in den Gemeinden im Kalbeschen Werder informiert wurde. Nachdem die entsprechenden Anträge gestellt und ein Verfahren zur Flurneuordnung in der damaligen Gemeinde und heutigen Ortschaft Vienau mit den Ortsteilen Dolchau, Mehrin und Beese eingeleitet wurde, begleitete das im Juli 1991 neu gegründete Amt für Landwirtschaft und Flurneuordnung Salzwedel (ALF), später ALFF Altmark, das Vorhaben als eines der ersten Bodenordnungsverfahren. Beteiligt war ebenfalls die TG, deren ehrenamtlich arbeitender Vorstand um den Vorsitzenden Fritz Borchmann eng mit dem Gemeinderat zusammenarbeitete und die 2005 dem Verband der Teilnehmergemeinschaften (VTG) beitrat, was für den Vorstand wie auch für das Bauamt der damaligen Verwaltungsgemeinschaft eine fachkompetente Begleitung und Entlastung in der Arbeit bedeutete.

Durch das 2240 Hektar umfassende und 511 Grundbücher betreffende Bodenordnungsverfahren konnten Etappe um Etappe unter anderem zahlreiche kleine Flurstücke des zerstreut liegenden Grundbesitzes zusammengefasst, rechtliche Verhältnisse geordnet sowie die Werte der Grundstücke ermittelt werden. Und: Der Ausbau von Wirtschaftswegen – laut ALFF konnten insgesamt fast 20 Kilometer Wege gebaut bzw. erneuert werden – sowie die Anbindung der landwirtschaftlichen Flächen an diese Wege wurde möglich gemacht, betonte der Vorsitzende Fritz Borchmann bei dem Treffen an der Brücke über der Unteren Milde in Vienau. Dies schuf optimale Bedingungen und Wettbewerbsvorteile für die hier wirtschaftenden Landwirte. Außerdem hätten die Ausgleichspflanzungen zum Schutz von Flora und Fauna und die Ermöglichung eines Ersatzneubaus der Stauanlage Mehrin mit Fischaufstiegsanlage gezeigt, dass eine intensive Landwirtschaft auch unter Wahrung von Naturschutzinteressen betrieben werden kann. Laut Borchmann seien „die positiven Aspekte des Verfahrens hier überall deutlich zu spüren“.

Finanziell beteiligt am 25 Jahre andauernden Bodenordnungsverfahren – heutzutage benötigt das ALFF unter anderem dank neuer Technik weniger als die Hälfte der Zeit – und den Infrastrukturmaßnahmen haben sich mit 318153 Euro Eigenmitteln die Grundeigentümer, Landwirte und die Gemeinde, mit 2,8 Millionen Euro an Zuschüssen die EU, Bund und Land sowie das Land noch einmal mit 1,26 Millionen Euro durch die Übernahme der Verfahrenskosten. Er sei sich sicher, so meinte Wilfried Schröder vom ALFF, „dass dieses Geld gut angelegt ist“.

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