Erkundungskonzept zur Bohrschlammdeponie Brüchau / Infoabend am 22. September

Bürgerinitiative kritisiert: "Untersuchungen überflüssig"

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Die Einfahrt zur Bohrschlammdeponie Brüchau.

Brüchau / Kakerbeck. Die Diskussion um die Bohrschlammgrube Brüchau, im Volksmund auch „Silbersee“ genannt, geht am Donnerstag, 22. September, ab 19 Uhr im Kakerbecker Dorfgemeinschaftshaus in eine neue Runde.

Zu der Veranstaltung lädt das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalt ein. Im Zuge der Veranstaltung, bei der Vertreter des Landesamtes für Geologie und Bergwesen (LAGB), der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF) und des für die Deponie verantwortlichen Unternehmens Engie (früher GDF Suez) reden werden, soll Auskunft zur Genehmigungslage gegeben, vor allem aber darüber informiert werden, welche Erkundungen noch erforderlich sind, um eine Entscheidung über die Schließungsvariante der Deponie treffen zu können.

Das Erkundungskonzept, welches an diesem Abend vorgestellt werden soll und welches unter anderem vorsieht, das Grundwassermessnetz am „Silbersee“ zu erweitern bzw. zu optimieren, stößt schon im Vorfeld der Veranstaltung auf Kritik: In einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative (BI) „Saubere Umwelt und Energie Altmark“ heißt es: „Die BI hält die vorgeschlagenen Untersuchungen für völlig überflüssig, da bereits die bisherigen Gutachten feststellen, dass Giftstoffe ins Grundwasser ausgetragen werden.“

Dass die Deponie nicht dicht ist und dass schon seit vielen Jahren Grundwasser kontaminiert wurde, dürfe vom Ministerium nicht mehr angezweifelt werden, sagt BI-Sprecher Christfried Lenz gegenüber der Altmark-Zeitung: „Bei dem Erkundungskonzept handelt es sich wieder um eine Planung für eine Planung“, so Lenz. Dabei hätten all diese Daten, die jetzt gesammelt werden sollen, schon in der Präsentation des „Abschlussberichtes“, welcher bereits im Juli 2015 in Magdeburg vorgestellt wurde, enthalten sein müssen. Die BI befürchte, dass „erneute Untersuchungen die vorliegenden Ergebnisse offenbar umnebeln und in Frage stellen sollen“. Einzig geklärt werden müsse, welche (Mengen) Giftstoffe im Silbersee tatsächlich lagern.

Die Sanierung der Giftschlammgrube sei schon viel zu lange verschleppt worden, erneute Untersuchungen würden womöglich mehrere Jahre andauern, weshalb die BI fordert: „Die Entsorgung des Deponieinhaltes und des darunter liegenden verseuchten Bodens, sowie die Grundwassersanierung muss nun ohne weiteren Zeitverzug angegangen werden“.

Auch Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth, der bei der Veranstaltung als Zuhörer anwesend sein wird, sieht das Erkundungskonzept, welches ihm, wie auch der BI, bereits vorliegt, kritisch: „Einerseits machen die Behörden das, was wir in unserem Positionspapier fordern, nämlich belastbare Daten erheben. Andererseits wird den Bürgern eine Geduld zugemutet, vor allem in Hinblick auf elementare Ängste wie die um ihre Gesundheit, die eine Toleranzgrenze überschreiten.“

Von Hanna Koerdt

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