Beringung durch Naturschutzgruppe Vienau

Überlebenswichtig: Genug Futter für Weißstorchennachwuchs im Altkreis Kalbe

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Dank Bernd Weisbach aus Kalbe konnte Biologin Ute Eggers in Hagenau den Storchennachwuchs beringen.

mb Kalbe. Wenn das Wetter in den kommenden Tagen und Wochen bis zum Abflug der Weißstörche aus der Altmark in ihre Winterquartiere einigermaßen gut wird, so hofft Michael Arens, Vorsitzender der Naturschutzgruppe Vienau, könne man nach dem Rekordjahr 2014 wieder von einem sehr guten Jahr für den streng geschützten Weißstorch sprechen.

Bei der Storchenschutzfahrt am Sonnabend wurden die Jungstörche beringt, doch noch nicht alle Tiere konnten einen Ring erhalten. Denn viele sind einfach noch zu klein für den mit einer Nummer versehen Plastikrund, der am Fuß befestigt wird.

Aus Loburg brachte Mario Firla einen Jungstorch mit. Noch im Auto gab es für ihn ein zweites Frühstück.

Wie die Biologin Ute Eggers aus Berlin sagte – sie begleitet seit mehr als fünf Jahren aus wissenschaftlichem Interesse die Schutzfahrt in der Altmark –, haben auch die ganz kleinen Weißstörche noch eine gute Überlebensmöglichkeit, um später einmal groß zu werden. Das Wetter müsse mitspielen und das Futterangebot ausreichend sein. Ute Eggers ist studierte Biologin und hat eine Doktorarbeit über den Weißstorch unter dem Titel „Umwelteinflüsse auf den Bruterfolg des Weißstorchs – eine Langzeitstudie mit Schwerpunkt auf lokale Wettereinflüsse“ geschrieben. Die Arbeit hat sie erst vor wenigen Tagen erfolgreich vor einer Prüfungskommission verteidigen können und auf diese Weise ihre Doktorprüfung mit Erfolg bestanden.

In Altkreis Kalbe stehen 33 Horste in den Ortschaften. In 19 davon werden zurzeit insgesamt 58 Jungstörche von ihren Storcheneltern aufgezogen. Insgesamt lagen bei der Eierkontrolle am 9. Mai 93 Eier in den 33 Horsten. Wie Michael Arens erzählt, „sind die Störche in diesem Jahr auch erst sehr spät in ihre Brutgebiete zurückgekehrt und dann so eine hohe Anzahl an Eier zu finden, stimmt uns doch sehr optimistisch.“

Auch die Mitglieder der Fachgruppe Vienau des Naturschutzbundes (Nabu), die sich an der Fahrt beteiligten, freuten sich über den zahlreichen Nachwuchs in den Horsten. Zumal sich der Bereich von Baars über Schönebeck bei Meßdorf bis nach Zethlingen erstreckt.

Michael Arens aus Vienau und Mario Firla waren mit Jungvogelschützer Ole Henning aus Ferchland und der Berlinerin Ute Eggers in Begleitung einiger Familienangehöriger am Sonnabend frühmorgens um 8 Uhr zur Altmarkrundreise aufgebrochen. Am Abend in Büste, der letzten Station der Rundfahrt, angekommen, konnte eine erste Bilanz gezogen werden. So sieht es derzeit nach dem sehr guten Storchenjahr 2014 auch in diesem Jahr sehr positiv für den Weißstorch aus. Während der Fahrt konnten die beiden Vogelschützer Arens und Firla auch zwei Jungstörche aus Schrampe und Loburg in die Horste von Butterhorst und Wustrewe einsetzen. Eine ganz besondere Überraschung gab es bei Familie Hummel in Büste. Denn dort konnte man zwar nicht den Storchennachwuchs beringen, weil er noch zu klein war. Dafür konnte Mario Firla fünf junge Schleiereulen mit je einem Ring versehen.

Nach dem langen Tag quer durch die Altmark wurde bei Familie Arens in Vienau noch ein gemütlicher Grillabend zusammen verlebt.

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