Stipendiaten, Freunde und Mitstreiter der Künstlerstadt Kalbe feiern Abschlussfest mit Erinnerungen, Sekt und Musik

50 Tage Sommercampus sind verflogen

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Vielleicht sehen sie sich 2017 in Kalbe wieder: Julia Hainz (v.l.), Luka Zimmer, Luzia Rux und Carmen Westermeier schossen noch Selfies für die letzten Erinnerungen.

Kalbe. 50 Tage dauerte der diesjährige Sommercampus der Künstlerstadt Kalbe: „Ich kann gar nicht glauben, wie schnell die Zeit rumgeflogen ist“, resümierte am Sonnabendabend Künstlerstadt-Initiatorin Corinna Köbele beim Abschlussfest des Campus an der Trabi-Bude.

Vorher denke man, man habe ewig Zeit, aber dann geht alles ganz schnell vorbei: Künstlerstadt-Initiatorin Corinna Köbele und viele Gäste stießen auf einen schönen Sommercampus 2016 an.

„Wir können froh sein, dass wir den Sommercampus überhaupt durchführen konnten“, so Köbele. Denn es gab eine große Herausforderung zu überwinden: Zum Jahresende 2015 musste die Künstlerstadt die Wohnungen, in denen die Stipendiaten bisher immer wohnten, räumen, da diese wieder regulär vermietet werden. Also stellte sich die Frage: Wohin mit den Stipendiaten? Es wurde eifrig nach Möglichkeiten gesucht und schließlich auch Lösungen gefunden: Die 14 Kunststudenten, die in diesem Jahr abwechselnd nach und nach in die Mildestadt kamen, bewohnten unter anderem ein großes Zelt hinter der Trabi-Bude an der Gerichtstraße, einen Bauwagen oder fanden erstmalig auch in privaten Wohnungen ein Zuhause auf Zeit: So hatten zum Beispiel Wolfgang und Christine Lüttge Stipendiaten bei sich aufgenommen. „Eine ganz neue Arbeits- und Wohnsituation“, so Köbele, die aber gut funktioniert habe.

Helmut Rux (rechts) und die anderen Gäste bedienten sich an einem leckeren Buffet.

Insgesamt war es ein gelungener Sommercampus 2016, nicht zuletzt deshalb, betonte Corinna Köbele, weil so viele Menschen im Hintergrund die Fäden ziehen und zum Gelingen beitragen. So habe der „harte Kern“ der Künstlerstadt, darunter Sigrid Fricke und Bernd Möller, seit April „geschuftet wie wild“, damit man an der Rathausstraße geeignete Atelierräume schafft. Aber auch Ralf Schulenburg sorgte dafür, „dass wir förmlich in Kuchen versinken“, wenn die Atelierrundgänge stattfanden, oder Thomas Weber und Marco Kühnel, die sich stets um die ganze Organisation der „Offenen Bühne“ kümmerten, zu denen inzwischen nicht nur Kalbenser, sondern Musikfreunde aus Gardelegen, Zichtau, Stendal und noch anderen Orten kommen. Sie könne noch mehr Menschen und „tausend Sachen“ aufzählen, bedankte sich Köbele bei allen und warf einen Blick zurück: Zum ersten Mal fand ein Atelierrundgang im Dunkeln statt, denn nur so wirkte die Scharzlicht-Kunst von Elvira Chevalier. Eine ihrer Installationen, nämlich ein mit neon-flourogenem Gummiband umwickelter Baum, bleibt nach dem Sommercampus bestehen. In diesem Jahr habe man sich auch noch stärker nach außen geöffnet. Zum Beispiel mit der Ideenwerkstatt „Schneller Brüter“, die auf dem Gehweg der Schulstraße stattfand und dazu animierte, mal stehenzubleiben, zuzuhören oder sich spontan selbst zu beteiligen. Auch haben die Stipendiaten nicht nur in ihren Kämmerlein Kunst geschaffen, sondern waren zum Beispiel im Hort „Abenteuerland“ und in der integrativen Kita „Schatzkästchen“ zu Besuch, um mit Kindern zu künstlern.

Sie sollen ihre positiven Erfahrungen in der Mildestadt in die Welt hinaustragen, meinte Kalbes Ortsbürgermeister Heiko Gabriel.

In Kalbe „öffnen sich die Leute wieder“, bedankte sich Kalbes Ortsbürgermeister Heiko Gabriel nicht nur bei der Künstlerstadt, sondern auch bei den Stipendiaten: „Ihr bringt hier neue Felder rein, dafür sind wir sehr dankbar“, schließlich sei es im ländlichen Raum nicht immer einfach, kulturell frischen Wind reinzubringen und neue Menschen kennenzulernen.

Dass die Stipendiaten selbst die Zeit und Atmosphäre in der Mildestadt genießen, wird wohl am meisten daran deutlich, dass viele von ihnen immer wieder kommen. So wie Steffen Roth oder auch Karola Pfand, die mittlerweile schon zum fünften Mal an einem Campus teilnahm: „Sie gehört quasi schon zum Inventar“, bescheinigte ihr Corinna Köbele.

Kalbe als genialer Ort des kreativen Schaffens, in dem beide Seiten voneinander lernen: „Tragt es hinaus in die Welt“, gab Heiko Gabriel den Stipendiaten mit auf den Weg.

Von Hanna Koerdt

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