Offene Bühne der Künstlerstadt Kalbe in der Festscheune: Erst Zurückhaltung, dann tolle Rhythmen

Syrische Weisen auf der Blockflöte

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Zaman Musawi (rechts) zückte die Blockflöte und alle zusammen versuchten, ein altes syrische Lied zu singen.

mb Kalbe. Zur ersten offenen Bühne der Künstlerstadt Kalbe gab es am Freitagabend zuerst zaghafte Zurückhaltung in Sachen musikalischer Beiträge. Denn im Vorfeld der ersten abendlichen Veranstaltung gab es nur eine Anmeldung zur musikalischen Umrahmung in der Festscheune.

Das Publikum saß schon gespannt auf den Stühlen in der Räumlichkeit zwischen Rathausstraße und Ostpromenade. Doch an Musikern gab es bis 21 Uhr noch eine kleine Mangelerscheinung, was sich aber im Verlauf des Abends wandelte.

Gut vorbereitet waren Annette Prüfer und Tom Setzepfandt und sangen sich in die Herzen des Publikums.

Den ersten musikalischen Beitrag leisteten Annette Prüfer, die neue Koordinatorin der Künstlerstadt und „rechte Hand“ von Organisatorin Corinna Köbele, zusammen mit ihrem Bandkollegen Tom Setzepfandt vom „Cafe Berlin“. Die beiden Musiker zeigten ihr künstlerisch-musikalisches Talent. Zur offenen Bühne intonierten Prüfer und Setzepfandt einige Kompostionen der Band „Cafe Berlin“. So unter anderem „Nur ein Wort“, „Wie ich will“, und „Wunder“. Alles in allem hatte man sich schon auf den Auftritt zur offenen Bühne vorbereitet, denn es kamen am Ende des kleinen Auftritts immerhin zehn Lieder zustande. Auch die Besucher, vor allem die syrischen Familien, hielt es nicht lange auf den Stühlen. Und so tanzten diese mit ihren Kindern und den Kalbensern zu den letzten Liedern wie „Nimm mich mit“, „Seil“ und „Augen Blick“.

Mehr als 30 kleine und große Gäste waren zur ersten offenen Bühne des vierten Sommercampus am Freitagabend in die Festscheune gekommen.

Der zweite Musikbeitrag kam von Zaman Musawi, der gemeinsam mit seinen Landsleuten ein altes Lied mit unbekanntem Titel auf der kleinen Blockflöte spielte. Dazu gab es Textzettel für das Publikum, die versuchten mitzusingen. Auf den Textzetteln stand der Liedertext zum einen in syrischen Schriftzeichen, doch die Übersetzung in arabische Letter war zum Mitsingen für das Publikum besser geeignet. Der ein oder andere kam auch gut mit dem Text klar. Mit etwas Üben hört sich das vielleicht schon zur nächsten offenen Bühne besser an, wenn Zaman Musawi wieder einen kleinen Liedbeitrag dazu steuern sollte. Im Publikum hinterließ er mit seinem Flötenspiel einen guten Eindruck und erhielt auch reichlich Applaus.

Als spontanen „Gig“ konnte man dann den Auftritt dreier „Kalbenser Jungs“ bezeichnen, die eigentlich zur offenen Bühne gekommen waren, um dort Musik zu hören und nun gegen 22 Uhr gleich selbst loslegten. Jens Eichenberg, Julius Erl und Michael Krüger sind in der kleinen Kalbenser Musikszene seit vielen Jahren bekannt und auch schon reichlich mit ihrem musikalischen Talent in Erscheinung getreten. Das Trio holte einfach noch einige Instrumente und musizierten mit Flöte, Gitarre, Geige und Mandoline für das Publikum.

Auch am kommenden Freitag um 20 Uhr gibt es wiederum eine kleine offene Bühne. Und dazu haben sich auch schon Musiker angekündigt.

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