Badel: „Walprogramm“ in der Flimmerkiste / Gefördertes Projekt des Kreises

Streetart von Hendryk von Busse an der Turnhallenwand

+
Hendryk von Busse ist einer der Künstler der Freiraumgalerie in Halle. Er hat sich nun mit einem Bild in Badel verewigt.

Badel. Am öffentlichen Spielplatz in Badel läuft ab sofort „Walprogramm“. So heißt nämlich das Streetart-Gemälde, dass Hendryk von Busse an einer Wand der dortigen Turnhalle gemalt hat.

Mit 300 Euro wurde das Wandbild vom Kulturausschuss des Altmarkkreises Salzwedel gefördert.

Die Badeler Kitakinder schauen Fern: „Walprogramm“ heißt das Streetart-Gemälde an der Turnhallenwand. Der Kreis hat das Kunstprojekt finanziell gefördert. Die Idee dazu, kam im Zuge des Wintercampuses der Künstlerstadt Kalbe.

Als im Frühjahr einige Stipendiaten der Künstlerstadt Kalbe im Zuge des Wintercampuses im Badeler Dorfgemeinschaftshaus wohnten, kamen die Vereinsvorsitzende Corinna Köbele und Badels Ortsbürgermeisterin Christa Schulz auf die Idee, Badel künstlerisch bunter zu machen. Köbele nahm daraufhin Kontakt mit Künstlern der Freiraumgalerie in Halle auf. Die Freiraumgalerie ist ein 2012 gegründetes Stadtentwicklungsprojekt, an dem private Personen sowie soziale, künstlerische, kulturelle und städtische Institutionen oder Vereine teilnehmen. Der Stadtteil Halle Freiimfelde hat den höchsten Leerstand und verfiel nach der Wende. Um dem maroden Stadtbild entgegenzuwirken, geben Künstler den Gebäudefassaden mit ihrer urbanen Kunst einen neuen, bunten Anstrich und somit dem vergessenen Stadtteil eine neue Identität.

Einer dieser Künstler ist Hendryk von Busse. Eigentlich arbeitet der in Erkrath (Nordrhein-Westfalen) aufgewachsene 30-Jährige in Halle als Stadtplaner. Als Teenager kam er über den Hip-Hop zum Malen, denn die Hip-Hop-Kultur ist eng mit der Graffiti-Kunst verbunden: „Da kommt man nicht ums Malen drumherum“, so von Busse. Während seine Freunde sich damals künstlerisch auf Schriftzüge konzentrierten, „habe ich lieber Zeichnungen für den Hintergrund gemacht.“ Im Gegensatz zu Graffiti überwiegt bei der „Streetart“ der Bildanteil. So auch auf dem Wandgemälde, das Hendryk von Busse nun in Badel gemalt hat. Oft arbeiten Streetart-Künstler mit Schablonen, doch von Busse hat sich für Pinsel und Krepppapier als Werkzeuge entschieden. „Ich will mit dem Hintergrund arbeiten und die Architektur miteinbeziehen“, sagt er, als er gerade graue verwässerte Lackfarbe auf einen Walfisch sprenkelt, der einen Sonnenuntergang anvisiert. Oder besser gesagt: Der Mensch (vielleicht Kapitän Ahab?), der aus dem Maul des Walfisches ragt, schaut gen Horizont. Wie genau sein Bild am Ende aussehen wird, weiß der Künstler noch nicht, aber er möchte „den Widerspruch von Natur und Digitalität“ darstellen. Bis zum späten Abend hat er an dem Kunstwerk gearbeitet.

Herausgekommen ist ein alter, holzgetäfelter Fernseher. Auf der Mattscheibe läuft das „Walprogramm“, dass sich alle Interessierten nun anschauen können. Nur durch das Fernsehprogramm zappen, das kann man nicht.

Von Hanna Koerdt

Kommentare