Kakerbecker Ortschaftsrat lehnt die teilweise Kostenübernahme der Versicherung für Reithalle durch Stadt ab

Sportverein setzte auf das falsche Pferd

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Nachdem der Pachtvertrag für die Reithalle in Kakerbeck unterschrieben war, erhielt der Kakerbecker Turn- und Sportverein Fördermittel. Inzwischen decken die Einnahmen der Reithalle allerdings nicht mehr die Ausgaben für die Unterhaltung.

Kakerbeck. Eine Absage erteilte der Kakerbecker Ortschaftsrat dem Kakerbecker Turn- und Sportverein (TuS) „Blau-Weiß“ bei seiner Sitzung am Dienstagabend.

Die Ratsmitglieder sehen keine Notwendigkeit, dass die Kosten für die Versicherung der örtlichen Reithalle von der Stadt Kalbe übernommen werden und entschied sich mit vier zu zwei Stimmen gegen die Kostenübernahme.

Schon seit 2006 wird das Thema der Versicherungskosten zwischen Sportverein, Stadt- und Ortschaftsrat diskutiert. Der Verein ist seit 1997 Pächter der Reithalle und trägt somit sämtliche Kosten für die Unterhaltung, auch wenn die Reithalle in kommunalem Besitz ist. Der Pachtvertrag ist 25 Jahre lang gültig.

Der Vorstand des TuS hat indes beantragt, dass die Stadt die Hälfte der Kosten für die Versicherung von jährlich etwa 1500 Euro übernehme, da diese nicht mehr vom Sportverein getragen werden könnten. „Die Einahmen der Reithalle decken die Ausgaben nicht“, so TuS-Vorstandsmitglied Horst Schernikau, der auch Mitglied im Kakerbecker Ortschaftsrat ist. So sei die Anzahl der aktiven Reiter auf aktuell zwei zurückgegangen, es würden zusätzlich noch einige Passive die Reithalle nutzen, um ihre Pferde zu bewegen.

Durch die spärliche Nutzung rechne sich die Reithalle nicht: „Jeder Unternehmer, der ein Projekt anschiebt, das sich nicht rechnet, wird es fallenlassen“, äußerte sich Schernikau gegenüber der AZ. Um andere Wege zu finden, die für jede Seite vertretbar sind, habe sich der Verein um die Kostenübernahme durch die Stadt bemüht.

„Wir haben uns die Bücher vorlegen lassen und der TuS steht finanziell nicht schlecht da“, meinte Ortsbürgermeister Ulf Kamith. Solange der Verein zahlungsfähig sei, könne er auch die Versicherungskosten tragen.

Dem Argument Schernikaus, dass die restlichen Mitglieder des TuS – der Verein hat aktuell 129 Mitglieder – es nicht einsehen würden, die Kosten für die Reithalle mitzutragen, setzt Ortsbürgermeister Ulf Kamith auf AZ-Nachfrage entgegen, dass hier seiner Meinung nach nicht unterteilt werden könne: So würden auch in anderen Vereinen die Kosten immer von allen gemeinsam gestemmt werden.

Der Kakerbecker Turn- und Sportverein trifft sich am 17. April zu seiner Jahreshauptversammlung. Dann wird nochmals über die Reithalle diskutiert und „wir werden einen Beschluss fassen müssen“, so Horst Schernikau. Er sieht mehrere Optionen, wie es weitergehen könnte: So müssten entweder die Beiträge für alle Vereinsmitglieder erhöht werden, ebenfalls denkbar sei eine Gebührenerhöhung für die Nutzung der Reithalle oder man wird den Pachtvertrag stornieren müssen. Man müsse sich im Vorfeld aber erst noch mit dem Kalbenser Stadtrat zusammensetzen. Vor allem bei einer möglichen Stornierung des Pachtvertrages könnten Probleme auftreten, da der TuS dafür einige Fördermittel, unter anderem vom Landessportbund, erhalten hatte, die dann vielleicht wieder zurückgezahlt werden müssten. „In den letzten Jahren haben wir keine Fördermittel mehr bekommen“, so Schernikau. Es müsse also geschaut werden, wie weit die entsprechenden Regelungen zurückreichen, „damit wir uns nicht ins eigene Fleisch schneiden.“

Die finanzielle Lage wird sich für den Sportverein durch die Reithalle in diesem Jahr verschlechtern. Denn wegen kursierender, allerdings falscher Gerüchte eines Verkaufs wurden mehrere Veranstaltungen, die dort regelmäßig in den Vorjahren stattgefunden hatten, in andere Orte verlegt, so dass die Einnahmen noch weniger werden.

Von Hanna Koerdt

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