Experten sollen zu Wort kommen

"Silbersee" Brüchau: Infoabend geplant

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Zur Bohrschlammdeponie bei Brüchau soll es eine öffentliche Info-Veranstaltung geben.

Brüchau. Noch vor der Sommerpause will man seitens des Wirtschaftsministeriums Sachsen-Anhalt eine öffentliche Infoveranstaltung zum Brüchauer „Silbersee“ organisieren, teilt Christfried Lenz von der Bürgerinitiative (BI) „Saubere Umwelt und Energie Altmark“ mit.

„Das ist ein Zeichen dafür, dass es das Wirtschaftsministerium als prioritäre Aufgabe ansieht, hier eine Lösung zu finden“, sagt Grünen-Landtagsabgeordnete Dorothea Frederking. Sie war gemeinsam mit Lenz von der Bürgerinitiative am Montag im Wirtschaftsministerium und führte ein Gespräch mit Staatssekretär Thomas Wünsch, der sich eine Einschätzung zum Thema Bohrschlammdeponie Brüchau geben ließ, so Frederking gegenüber der AZ.

Bei der geplanten Veranstaltung sollen Experten der Landesregierung und des Erdgasförderkonzerns und „Silbersee“-Betreibers Engie – früher GdF Suez – zu Wort kommen. Genauso sollen von Lenz und Frederking benannte Experten aus Sicht des Trinkwasserschutzes Stellung nehmen. „Es müssen ganz konkrete Fragen gestellt werden“, so Frederking, und auch klare Antworten kommen. Denn noch immer gibt es zu viele Unklarheiten, was den „Silbersee“ und die dafür bislang vorgesehene Schließungsvariante betrifft. So ist beispielsweise bereits bekannt, dass um die Deponie herum ein Grundwasserschaden vorliegt. Von Landesseite aus werde nun ein Gutachten in Auftrag gegeben, welches die Ursache für den Grundwasserschaden ermitteln soll, so Frederking.

Seitens des Ministeriums habe man erklärt, dass die Entscheidung über eine Schließungsvariante noch völlig offen sei.

Vom Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) habe den Altmarkkreis nun eine Ergänzung zu einer Stellungnahme vom Juli 2015 erreicht. „Sie ist aus unserer Sicht aber inakzeptabel“, sagt Herbert Halbe, Leiter des Kreisumweltamtes. Der Grund: Es werde zwar ein weiterer Untersuchungsschritt eingeräumt, aber lediglich die Untersuchung des Poren- und Sickerwassers vorgeschlagen. „Die Gesamtsituation der Deponie wird aber nicht betrachtet“, kritisiert Halbe. Die vorgeschlagenen Untersuchungen seien vielleicht erforderlich, reichten aber nicht für die abschließende Bearbeitung einer Schließungsvariante, so die Einschätzung des Amtsleiters. Aber ein absoluter Ausschluss einer Gefährdung durch die Bohrschlammgrube müsse „das Ziel aller Beteiligten sein“, so Halbe.

Von Hanna Koerdt

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