Zwei Sanierungen seit 2014 waren notwendig: Nun wurde Richtfest an der Dorfkirche gefeiert

Das Schmuckstück von Vienau ist fast fertig

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Seit 2014 wurde die Vienauer Dorfkirche saniert. Zunächst wegen des Befalls von Hausschwamm und dann noch, weil die Balken des Dachstuhls stark vom Hausbockkäfer befallen waren. Am Dienstag wurde nun Richtfest gefeiert.

Vienau. Mit der Kirche in Vienau habe man ein wahres „Schmuckstück“, meinte am Dienstagnachmittag Dirk Pelchen, Vorsitzender des Fördervereins Freundeskreis Vienauer Dorfkirche.

Traditionen leben: Zimmermeister Marco Vack trug erst seinen Richtspruch vor und trank anschließend ein Schnäpschen.

Er begrüßte rund 30 Gäste beim Richtfest: „Das Wichtigste ist, dass alle hier merken: Es ist ihre Kirche. “ Dies lässt sich wohl in doppelter Hinsicht deuten: Zum einen sollten sich alle Vienauer mit ihrer Dorfkirche identifizieren. Zum anderen werden dies bestimmt all diejenigen in besonderer Weise tun, die seit 2014 viele Stunden freiwilliger Arbeit investiert haben, damit die Kirche überhaupt erst wieder zu einem Schmuckstück werden konnte.

2013 wurde in der Kirche ein Hausschwamm-Befall festgestellt und die Kirche daraufhin wegen Baufälligkeit gesperrt. Um die Kirche zu retten, gründete sich im August 2014 der Förderverein. Die Mitglieder und Freiwilligen (etwa 30 aus Vienau, Dolchau und Brunau) machten sich daran, die Kirche für die Schwammsanierung, was dann eine Fachfirma übernommen hat, vorzubereiten: Unter anderem wurde das Gelände abgeschrägt, damit Regenwasser besser abfließen kann, 20 Zentimeter Boden innerhalb der Kirchenmauern sowie Putz bis zur Höhe von 1,10 Metern abgetragen und schließlich wieder frisch aufgetragen. 15.000 Euro Spenden hatte der Förderverein von verschiedenen Sponsoren und Unterstützern erhalten und es wurden über 235 Stunden ehrenamtlicher Arbeit investiert. Kaum war diese Sanierung so gut wie abgeschlossen, kam aber die nächste „Hiobsbotschaft“, erklärt Pelchen: So wurde festgestellt, dass der Dachstuhl und die Kirchenschiffdecke vom Hausbockkäfer befallen sind.

Pfarrer, Ehrenamtliche, Arbeiter und einige Sponsoren lauschten vom Boden aus den Worten des Zimmermeisters sowie der Bauherren und schauten zu,...

Ein Gutachter bescheinigte einen Totalschaden. Die Balken hätten die schwere Lehmdecke nicht mehr sicher tragen können, der Putz der Decke hatte sich schon sichtlich verformt und wies Risse auf. „Eigentlich wollten wir nur noch Geld für Farbe zum Streichen sammeln“, erinnert sich der Fördervereinsvorsitzende an das Ende der ersten Schwammsanierung. Stattdessen wurde das Jahr 2015 zum Jahr der Geldbeschaffung, denn für die Sanierung des Kirchendaches sind etwa 150.000 Euro notwendig. 135.000 habe man schon gesammelt, „wir hoffen wir kommen mit 140.000 Euro hin“, erklärte Dirk Pelchen, hoch oben auf dem Baugerüst stehend, den Richtfestgästen und bedankte sich dabei nicht nur bei den ehrenamtlichen Helfern, sondern auch bei Sponsoren und Unterstützern wie unter anderem der Landeskirche, Kirchenkreis, Lotto Toto Sachsen-Anhalt, der Firma Astka, dem Zimmermeister Marco Vack oder auch Bauleiter Siegfried Palm. Mit beiden letzteren trank Dirk Pelchen, auch als Bauherr beteiligt, dann noch ein Schnäpschen auf den fertigen Dachstuhl und man warf die Gläser traditionell vom Dach – sie zerschellten, ein gutes Omen also –, bevor noch traditionell die letzten Nägel eingehämmert wurden.

..., wie der Fördervereinsvorsitzende Dirk Pelchen den symbolischen letzten Nagel in den Dachstuhl der Kirche hämmerte.

Nun müssen noch die Dachziegeln und ein Kreuz drauf. Außerdem soll die Kirche neue Fenster und Türen erhalten. Zur Vorweihnachtszeit könnten alle dann wieder in ihrer Kirche sitzen.

Von Hanna Koerdt

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