Mammut-Projekt mit Erneuerung von Decke, Dachstuhl und Eindeckung / Neue Farbe innen und Putzarbeiten außen

Sanierung des Vienauer Kirchenhauptes

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Das ist schon eine sehr staubige Angelegenheit: Maik Grüneberg von einer Brunauer Firma entkernt die Decke der Vienauer Kirche und hat eine Menge Schutt zu beseitigen.

leh Vienau. Eine einzige Baustelle ist momentan die Vienauer Kirche. Denn seit einigen Tagen haben Handwerker im historischen Baudenkmal das Sagen.

Das im Jahr 1868 errichtete Gotteshaus wird für insgesamt 150 000 Euro umfangreich saniert. 1868 war das Jahr, in dem die Kirche neu erbaut wurde, weil die alte den Vienauern zu klein war, erzählt Dirk Pelchen, der Vorsitzende des Freundeskreises Förderverein Vienauer Dorfkirche. Nur der Turm ist noch aus dem elften Jahrhundert, als das Gotteshaus ursprünglich errichtet wurde. „Teile der Grundmauern haben wir bei der Schwammsanierung im Vorjahr entdeckt“, berichtet Pelchen weiter.

Seit 2014 ist die Vienauer Kirche gesperrt. Der Hausbockkäfer hatte die Kirchendecke und den Dachstuhl stark beschädigt.

Mit der Schwammsanierung und der Sperrung der Dorfkirche hatte 2014 alles angefangen. Dieser Teil der Erneuerung ist mit der kompletten Fußbodengestaltung mit Ziegelpflaster abgeschlossen. Doch der Löwenanteil der Sanierung kommt erst jetzt und läuft seit einigen Tagen. Mitarbeiter einer Brunauer Firma entkernen derzeit die Decke des Gotteshauses. „Der Hausbockkäfer hat den Dachstuhl stark zerfressen. Deshalb musste die Kirche 2014 wegen der Einsturzgefahr gesperrt werden“, informiert Dirk Pelchen. Das Kircheninnere ist mittlerweile geräumt und das Ziegelpflaster im Zuge der Baumaßnahme abgedeckt. Die Deckenentkernung läuft nun auf Hochtouren.

Damit die Orgel nicht zu Schaden kommt, wurde sie in einen Holzkasten eingebaut. Doch nicht nur die Kirchendecke im Kirchenschiff und in der Winterkirche muss entkernt werden, auch der Dachstuhl hat umfassenden Schaden durch den Hausbockkäfer genommen. Im Zuge des Dachstuhlneubaus erhält die historische Immobilie auch neue Eindeckung mit Bieberziegelsteinen. Und das ist noch längst nicht alles, was an der Kirche ausgetauscht wird. Auch die Fenster und Türen im Kirchenschiff werden nach der Sanierung neu sein sowie die Kirchendecke, die wieder mit einem Schilfputz versehen wird.

Reno Roloff ist mit schwerer Technik mit den Abrissarbeiten im Inneren des Kirchenschiffes beschäftigt.

Mit der Ausmalung der Kirche sollen die aufwändigen Innensanierungsarbeiten dann ihren Abschluss finden. Doch die Gotteshauserneuerung ist damit noch nicht in Gänze beendet. Auch die Außenfassade des im Jahre 1868 neu gebauten Kirchenschiffes bröckelt und muss mit einem Kalk-Zement-Putz im Nord- und Südbereich versehen werden. Doch das sind dann wirklich die letzten Arbeiten innerhalb des Mammut-Vorhabens der Vienauer Kirche, das mit Fördergeld des Kreiskirchenamtes Salzwedel, der Landeskirche sowie von Lotto-Toto Sachsen-Anhalt und der KIBA-Förderung (Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Denkmäler) unterstützt wurde.

Natürlich griffen die Vienauer auch selbst ins Portmonnee und spendeten. Schließlich haben die Einheimischen schon seit 2014 keinen Gottesdienst mehr in ihrem Wahrzeichen besuchen können. Den könnte es nach den gegenwärtigen Planungen zur diesjährigen Adventszeit dann endlich wieder geben. Und der wird dann mit Sicherheit auch wieder gut besucht sein.

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