Zustand der Bahnhofstraße: Landesstraßenbaubehörde beauftragt Ingenieurbüro

Regen-Fontänen in Packebusch bald Vergangenheit?

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Ein Brett zeigt den Höhenunterschied: In den Fahrbahnabsenkungen an der Packebuscher Bahnhofstraße sammelt sich zu viel Regenwasser. Wenn Verkehr durchfährt, begießt es Häuser und Grundstücke.

Packebusch. „Seit wenigstens vier oder fünf Jahren kämpfe ich schon darum, dass etwas passiert“, sagt Erika Nachtigall aus Packebusch. Sie wohnt an der dortigen Bahnhofstraße und bemängelt den Zustand der Fahrbahn, besonders vor ihrer Haustür.

Denn durch den Lkw-Verkehr im Ort – „das fängt schon um 2.30 Uhr an“ – sind Absenkungen auf der Straße entstanden, in denen sich, wenn es regnet, tiefe Pfützen bilden. Wenn dort dann Fahrzeuge durchfahren, landet das Wasser nicht nur auf dem Gehweg, sondern spritzt die Hausfassade nass.

Die Farbe am Tor von Erika Nachtigalls Haus splittert wegen des vielen Wassers ständig ab.

Dadurch wird die Fassade nicht nur schmutzig und die Fenster müssen geschlossen bleiben, sondern auf den Fensterbänken bildet sich immer wieder Moos, vor allem der untere Teil der Haustür leidet durch die Nässe und die Farbe am hölzernen Tor des Hofes splittert ab: „Ich habe Angst, dass das Haus weiter in die Brüche geht“, sagt die Packebuscherin.

Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth und Rainer Kölsch, dem Leiter des Bauamtes, ist das Problem an der Bahnhofstraße bekannt: „Frau Nachtigall hat unzweifelhaft Recht, diese Benachteiligung braucht man nicht schönzureden“, sagt Ruth. Ihr Haus sei auch am stärksten betroffen, denn es liegt direkt an der Straße. Man habe sich alles vor Ort schon angesehen. Und die Kommune, die für die Nebenanlagen und Regenentwässerung zuständig ist (bei der Sanierung der Straße in den 1990er Jahren wurde allerdings kein Regenwasserkanal gebaut), habe auch schon versucht zu helfen.

Noch mehr Wasser: An einem verlassenen Haus wird der Regen in Rinnen von hinten nach vorne zur Straße geleitet.

So habe man die Borde geschlitzt und es wurde ein Graben angelegt, der dann noch vertieft wurde. Aber dies habe nicht den durchschlagenden Erfolg herbeigeführt, auf den man gehofft habe. Denn es besteht ein weiteres Problem: An einigen Häusern versickere das Regenwasser nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, auf dem eigenen Grundstück, sondern werde durch Regenrinnen auf die Straße geführt, wodurch dort noch mehr Wasser steht. Vor einigen Monaten habe man deshalb ein Anschreiben an die betroffenen Anwohner in Packebusch verschickt mit der Aufforderung, die bisherigen Entwässerungsanlagen zu prüfen und gegebenenfalls anzupassen, damit sich das Wasser auf der Straße reduziert: „Wir appellieren hier an die nachbarschaftliche Solidarität“, so Karsten Ruth.

Wegen der angrenzenden Ruine kann Bernd Wachtel den Verlauf der verbindenen Regenrinne nicht ändern, so der Packebuscher.

Allerdings befindet sich an der Bahnhofstraße zum Beispiel ein verlassenes Gebäude, welches nach hinten auch schon teilweise eingestürzt ist und an dem seitlich Regenrinnen verlaufen, die das Wasser vom hinteren Teil nach vorne zur Straße fließen lassen. Es liegt direkt am Haus der Familie Wachtel und die seitlichen Fassaden sind durch eine Metall-Kehle verbunden, die das Wasser abfängt und zu beiden Seiten, also Straße und Hof, leiten soll. Die Bahn sei, so Bernd Wachtel, in der Mitte aber abgeknickt und erhöht, wodurch alles nach vorne zur Straße fließt: Wegen des Zustandes des verbliebenen Gebäudes, könne er hier nicht ran: „Ich hätte die Regenrinne gerne schon längst umgebaut“, so Bernd Wachtel.

Falls die Probleme weiterhin bestehen, so wird in dem Schreiben des Kalbenser Bauamtes hingewiesen, und ein Aus- bzw. Umbau an der Bahnhofstraße nötig sei, könne eine finanzielle Anliegerbeteiligung nicht ausgeschlossen werden.

Für die eigentliche Fahrbahn ist, da es sich um eine Landesstraße handelt, der Straßenbaulastträger der Landesstraßenbaubehörde (LSBB) Stendal zuständig. Regionalbereichsleiter Manfred Krüger teilt auf Nachfrage der AZ mit: „Die Fahrbahnverhältnisse sind uns bekannt. Die Bedingungen für den Einbau einer Entwässerung sind äußerst ungünstig und werden sich schwierig gestalten. Da dieses bereits erkannt wurde, ist ein Ingenieurbüro mit sehr guten Kenntnissen zu Entwässerungsanlagen beauftragt.“ Laut Krüger sei ein Termin für einen Ausbauvorschlag oder Ähnliches im Herbst geplant. Je nach notwendigem Aufwand würden dann bei Vorhandensein finanzieller Mittel Maßnahmen ausgeschrieben und vergeben.

Von Hanna Koerdt

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