Wiedergewählter Bürgermeister holte das schwächste Ergebnis in Vienau

100 Prozent Karsten Ruth in gleich fünf Wahllokalen

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Wahlleiterin Ingrid Bösener (rechts) gratulierte Bürgermeister Karsten Ruth als Erste zur Wiederwahl. An seiner Seite Ehefrau Sylvia.

Kalbe. In fünf der 20 Wahllokale innerhalb der Einheitsgemeinde Kalbe hat Amtsinhaber Karsten Ruth bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag alle abgegebenen Stimmen erhalten.

Gerade noch in ihrem Eiscafé, nun im Wahllokal: Andrea Daries gab mit Sohn Christian und Tochter Linda ihre Stimme ab.

Der einzige Kandidat bekam also von denjenigen, die zur Wahl gegangen waren, eine 100-prozentige Zustimmung. Passiert ist dies in den Wahllokalen von Jeetze (71 abgegebene Stimmen), Winkelstedt (44), Kahrstedt (38), Wernstedt (31) und Vietzen (24). Eine annähernd hundertprozentige Zustimmung gab es in Kakerbeck (115 von 116 Stimmen), Altmersleben (83 von 84), Güssefeld (30 von 31 Stimmen) und Thüritz (27 von 28).

Den geringsten Stimmenanteil bekam Karsten Ruth im Vienauer Wahllokal, dort erhielt er nur 73,13 Prozent Zustimmung. Soll heißen: Jeder vierte Wähler kreuzte ihn nicht an oder machte den Wahlzettel auf andere Weise ungültig. Denn bei nur einem Bewerber kann der Wähler, wenn er denn ins Wahllokal geht, kein „Nein“ ankreuzen, sondern Wahlzettel ungültig machen. Möglicher Hintergrund des dort vergleichsweise schwachen Ergebnisses für Karsten Ruth: Im Ortsteil Mehrin gab es zuletzt Ärger um die verkaufte Bauernstube, was auch die Auflösung der Mehriner Feuerwehr-Löschgruppe zur Folge hatte.

Dr. Helmut Bender (links) und Steffen Pluschke öffneten um kurz nach 18 Uhr die Wahlurne für Kalbe I und zählten anschließend die Stimmen aus.

Das zweitschlechteste Ergebnis fuhr Karsten Ruth in Packebusch ein. Dort kam er auf eine Zustimmung von 78,18 Prozent. Auch die Zethlinger hielten sich mit 84,37 Prozent eher zurück. In allen anderen Wahllokalen kam der amtierende Bürgermeister auf mehr als 93 Prozent Ja-Stimmen. Bei der vorangegangenen Bürgermeisterwahl waren noch nicht alle Gemeinden dabei. Es fehlten Badel, Jeggeleben und Zethlingen.

Den Wahltag verbrachte Karsten Ruth „in Familie“. Abends fuhr er „relativ entspannt“ zur Auszählung nach Kalbe. Angespannt war er eher wegen der Wahlbeteiligung. Die lag mit 22,85 Prozent sehr niedrig – bei nur einem Kandidaten andererseits nicht wirklich verwunderlich.

Von Stefan Schmidt

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