Neu: Audiodateien geben über Smartphone zusätzliche Infos im „Alten Wachhaus“

Museumsführung live und per QR-Code

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Henning Krüger scannte gestern einen der neuen QR-Codes im „Alten Wachhaus“ und abgespielt wurde ein Gedicht auf Plattdeutsch von Fritz Hagen, dem die Kinder interessiert lauschten.

Kalbe. Smartphone-Kamera draufhalten, scannen und sich zusätzliche Infos anhören – das ist ab sofort im Kalbenser Burg- und Heimatmuseum „Altes Wachhaus“ möglich. Und zwar mittels QR-Codes.

Fünf solcher Codes sind schon an mehreren Stellen im Museum zu finden und es sollen noch weitere folgen.

Henning Krüger, der sich im Museum ehrenamtlich engagiert, hatte die Idee zu den Codes, nachdem er mit einem Besucher aus Berlin, der in der Hauptstadt in einem der vielen Museen arbeitet, Erfahrungen austauschte. Dieser meinte, es sei vorteilhaft, wenn man im Museum nicht mehr nur sehen und lesen, sondern auch hören könne. Geräte für audiovisuelle Führungen sind sehr teuer, also kam Krüger auf die alternative Idee mit den QR-Codes. Besucher werden, nachdem sie den QR-Code gescannt haben (entsprechende App-Software gibt es kostenlos zum Download von diversen Anbietern) per Internet zu weiterführenden Informationen weitergeleitet. „Der Empfang hier ist gut“, sagt Henning Krüger.

Ferdinand Kamper wurde in einem der Museumsexponate, einem Leinenhemd, zum kleinen Burggespenst.

Er probierte die Codes gestern gemeinsam mit den Kindern des Gardelegener Hortes der Evangelischen Grundschule aus, die mit ihren Hortlerinnen Irmi Krone und Alissa Seibt in die Mildestadt gekommen waren. So konnten alle an einer Karte im Museum nicht nur den Verlauf der Milde im 17. Jahrhundert nachvollziehen, sondern hörten sich auf Plattdeutsch dazu das Gedicht „Uns’ schöne Milde“ von Fritz Hagen an. 

Anton Grothe hatte im Burgkeller einen Schatzkoffer geborgen.

Viel interessantes erfuhren die Kinder aber nicht nur anhand der Audio-Dateien, sondern auch von ihrem Museumsführer. Zum Beispiel, was der Unterschied zwischen Märchen und Sagen ist: „Märchen sind erfunden, an einer Sage ist zumindest etwas Wahres dran“, erklärte der Hobbyhistoriker und erzählte die Sage vom goldenen Ring der Familie von Alvensleben. Die besagt, dass eine Frau von Alvensleben einmal einer Zwergenfrau, die in den tiefen Kellern der Kalbenser Burg in Not geraten war, half. Als Dank gaben die Zwerge der Familie einen goldenen Ring. Der Ring ist heute Teil des Domschatzes in Halberstadt, „er existiert also wirklich“, nur der Teil mit den Zwergen sei der erfundene Teil der Sage, so Krüger. Der Hobbyhistoriker erklärte den jungen Museumsgästen auch, wieso der Längswellensender Goliath überhaupt Goliath hieß, ließ die Kinder in alte Leinenhemden schlüpfen, erklärte alte landwirtschaftliche Geräte und noch viele weitere Exponate, bevor es für alle auf den Burgturm und in ein Kellergewölbe ging. Dort fanden die Kinder keinen Zwerg in Not, dafür entdeckte Anton Grothe aber eine Schatzkiste, die auch gleich unter den gespannten Augen seiner Freunde geöffnet wurde. So viel zu entdecken gab es, „das war der beste Ausflug meines Lebens“, resümierte Flaviu Serban.

Von Hanna Koerdt

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