Ortsrat kritisiert neue Öffnungszeiten des Wachhauses / Ruth: Anpassung wegen Konsolidierung

„Kein Todesläuten für das Museum“

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Das Kalbenser Burg- und Heimatmuseum „Altes Wachhaus“ hat seit dem 13. Juli geänderte Öffnungszeiten. Man habe damit sowohl auf die Personalnot, gesunkene Besucherzahlen als auch im Sinne der Haushaltskonsolidierung reagiert, so Karsten Ruth.

Kalbe. Seit kurzem hat das Burg- und Heimatmuseum „Altes Wachhaus“ in Kalbe neue Öffnungszeiten. Bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates zeigte sich Ortsbürgermeister Heiko Gabriel davon aber recht irritiert.

Das Museum ist nun immer montags von 15 bis 16 Uhr, mittwochs von 15 bis 16.30 Uhr und jeden ersten und dritten Sonnabend im Monat von 14 bis 15.30 Uhr geöffnet und nicht wie bisher dienstags bis donnerstags sowie sonntags jeweils von 14 bis 16 Uhr (in der Sommerzeit).

Vor allem für die Reduzierung der geöffneten Tage und die Tatsache, dass nun montags geöffnet ist, obwohl Montage bekanntlich als Museumsruhetage gelten, hatte Heiko Gabriel kein Verständnis.

„Diese Öffnungszeiten gab es schon einmal“, so Beatrice Krause von der Tourist-Info Kalbe gegenüber der AZ. Man sei einfach wieder zu ihnen zurückgekehrt. Ihr Kollege Bernd Kämpfer betreut das „Alte Wachhaus“ im Zuge seines Bundesfreiwilligendienstes. Die Maßnahme läuft allerdings zum Jahresende aus. Auf die Personalnot sowie auf die gesunkenen Besucherzahlen habe man durch diese Anpassung reagiert, erklärt Bürgermeister Karsten Ruth. Im Mai besuchten 65 Gäste das Museum, davon war es eine Gruppe mit 19 Personen. An sechs Tagen waren überhaupt keine Besucher da.

Im Juni sanken die Besucherzahlen dann auf nur 35, davon kamen 17 als Gruppe an einem Tag. An elf Tagen schaute sich niemand das Burg- und Heimatmuseum an. Man müsse den Kosten-Nutzen-Aspekt abwägen, so Ruth. Es sei auch nicht zu rechtfertigen, Personal für das Museum einzusetzen, wenn niemand komme. Das Personal könne anderweitig genutzt werden.

Auch seien die neuen alten Öffnungszeiten „ein Beitrag zur Konsolidierung“, erklärt Karsten Ruth. Der Ortschaftsrat hat das Museum nicht mehr mit Geld aus den Brauchtumsmitteln bedacht, so fallen die Kosten nur noch für die Kommune an. Man befinde sich weiterhin in der vorläufigen Haushaltsführung. Durch die Reduzierung der Öffnungszeiten könne gespart werden. „Das bedeutet aber auf keinen Fall das Todesläuten für das Museum“, betont der Bürgermeister.

Auch seien die Zeiten nicht in Stein gemeißelt. Was die personelle Auslastung angehe, so werde schon über Besetzungsalternativen nachgedacht, wenn Bernd Kämpfer seine Maßnahme abgeschlossen hat. So könnte man eventuell ehrenamtliche Bürger einsetzen, so Ruth. Das regte auch der Ortschaftsrat bei seiner Sitzung an. Denkbar sei auch ein Schild mit einer Telefonnummer. Diese könnten Besucher dann anrufen, wenn sie vor Ort sind. Dann könne man das „Altes Wachhaus“ auf direkte Anfrage öffnen.

Von Hanna Koerdt

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