Prozessionsspinner in Kalbe bekämpft / Goliath-Radweg bleibt vorerst Problem

Kalbe: Chemische Behandlung der Eichen erfolgreich

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Eichen wurden vom Boden aus besprüht.

Kalbe. Die chemische Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in der Einheitsgemeinde Kalbe hat gefruchtet, sagt Renate Ahlfeld vom Kalbenser Ordnungsamt.

Eine nachträgliche mechanische Bekämpfung der Raupe werde wohl nicht mehr notwendig sein, denn an den besprühten Bäumen seien die Eichenprozessionsspinner nicht mehr in Erscheinung getreten, und werden es vermutlich auch nicht mehr: „Das wäre zu spät für die Tiere“, so Ahlfeld. Innerorts habe man in allen Ortschaften, in denen ein Befall vorhanden war, insgesamt 300 Bäume besprüht. Und auch 16 Privatpersonen hatten noch einmal 343 Eichen für die Maßnahme bei der Stadt angemeldet.

Am dringlichsten war der Handlungsbedarf übrigens am Kulturhausplatz an der Gartenstraße in Kalbe – in unmittelbarer Nähe sind zwei Kindergärten, ein Seniorenheim und ein Spielplatz – wo zwölf Eichen besprüht wurden sowie in Winkelstedt am Rundling, wo gleich 25 sehr hohe Eichen chemikalisch behandelt werden mussten. Ganz befreit von der lästigen Raupe, deren umherfliegende Härchen allergische Reaktionen auslösen, ist die Stadt allerdings nicht. Denn die Eichen am Fahrradweg in Richtung des Goliath sind befallen. Deshalb wird dringend davon abgeraten, diesen Weg zu benutzen. Diesen Ratschlag befolgt heute zum Beispiel der Kalbenser Kultur- und Heimatverein, der die Strecke der Radtour (Start um 16 Uhr am Karpfenteich in Kalbe) geändert hat. Damit der touristische Weg im kommenden Jahr wieder befahren werden kann, soll in 2017 dort gesprüht werden. Dafür stehen bisher 1163 Euro zur Verfügung, die zu diesem Zweck beim Radio SAW Fahrradfest gesammelt wurden. Seitens des Tourismusvereins, der hier federführend agierte, habe man zwar gehofft, schon in diesem Jahr der Raupe an den Kragen zu gehen, jedoch war es für die chemische Bekämpfung zu spät, so Sigrid Gassel vom Verein. Und eine mechanische Bekämpfung (die Raupe wird abgesaugt) ist um ein vielfaches teurer. An dem Weg stünden laut Gassel aber über 200 Eichen.

Von Hanna Koerdt

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