Yorkshire-Terrier-Dame Lia lief der Kalbenser Familie Dunkelberg davon

Hund flüchtet am Silvesterabend: „Es war ein richtiges Drama“

+
Marlies Dunkelberg (rechts) und Enkelin Anna Kolbe sind glücklich, Lia wieder knuddeln zu können. Denn die kleine Hundedame erschreckte sich an Silvester vor Knallern und lief davon.

Kalbe. Sie wedelt fröhlich mit ihrem Schwanz und trägt putzmunter ihr Hundespielzeug durchs Wohnzimmer: Yorkshire-Terrier-Dame Lia ist wieder wohlbehalten bei ihrer Familie, den Dunkelbergs, in Kalbe.

Das neue Jahr begann aber für Mensch und Tier alles andere als gut: Denn Lia bekam von den Silvesterknallern solch einen Schreck, dass sie weglief und zwei Tage verschwunden blieb.

Am Silvesterabend ging Herrchen Karl-Heinz Dunkelberg mit Lia, die eigentlich mit vollem Namen „Oksana vom Südseeparadies“ heißt, gegen 22 Uhr, noch bevor das große Knallen losging, in den Garten hinter dem Haus Gassi. Aber wie es so ist an Silvester: Manch einer kann Mitternacht nicht abwarten und lässt schon vorher einige Raketen steigen oder Böller knallen. Und anscheinend knallte es in Lias empfindlichen Hundeohren so laut, dass sie vor lauter Angst über den heimischen, etwa kniehohen Gartenzaun sprang und in Richtung Kurpark flüchtete. Karl-Heinz Dunkelberg lief zwar hinterher, verlor die Yorkshire-Terrier-Dame, die der Familie 2011 vom Vorbesitzer geschenkt worden war, aus den Augen. Und das, obwohl Lia ein LED-Leuchthalsband trug. „Wir haben dann Silvester im Park auf der Suche verbracht“, erzählt Karl-Heinz Dunkelberg. Mit dabei waren auch Frauchen Marlies und Anna Kolbe, die Enkelin der Dunkelbergs.

Doch Lia blieb verschwunden: „Sie muss die Hölle durchgemacht haben“, sagt Marlies Dunkelberg und vermutet, dass sich Lia irgendwo versteckt hat und wegen der Stresssituation nicht mehr herauskam. Leicht war die Situation aber auch für Lias Frauchen nicht: „Ich konnte nicht essen und nicht schlafen“, erzählt sie. Die Dunkelbergs setzten alles in Bewegung, um ihr geliebtes Haustier zu finden: Flyer wurden ausgehangen, Tierheim und Polizei angerufen und die Suche mit Hilfe vieler Freunde, Nachbarn und der Vermieter ausgeweitet.

Am 2. Januar hatte das Bangen dann endlich ein Ende, dem Netzwerken sei Dank. Denn über ein paar Ecken sah eine Bekannte aus Neuendorf am Damm den Flyer auf Facebook und sagte Bescheid, dass ihre Nachbarn einen Hund gefunden hatten. Peter Rehländer hatte beim Neujahrsangeln in der Nähe der Goliathwiese Lia, die sich inzwischen offenbar völlig verirrt hatte, wegen des immer noch leuchtenden Halsbandes gesehen und die kleine Hundedame an sich genommen: „Ihre Pfoten waren schon ganz vereist“, schildert Marlies Dunkelberg die Erzählungen von Lias Retter. Um sicher zu gehen, dass der Fundhund bei den Rehländers, die selbst zufällig auch zwei Yorkshire-Terrier besitzen, auch wirklich zu den Dunkelbergs gehört, checkte die Kalbenser Tierarztpraxis Dressel die Chipnummern: „Das war die Gewissheit, dass es unser Hund ist“, erzählt Marlies Dunkelberg vom erlösenden Moment.

Abends konnte die Familie ihren Familienhund dann endlich wieder in die Arme schließen: „Es war ein richtiges Hundedrama“, so Karl-Heinz Dunkelberg – aber mit Happy-End. „Wir sind so glücklich, dass Lia wieder bei uns ist und möchten uns bei den Rehländers und bei allen, die bei der Suche mitgeholfen haben und die Augen offen gehalten haben bedanken“, sagt Marlies Dunkelberg und knuddelt Lia, die es auf Frauchens Schoß bestimmt auch viel lieber mag, als mit eisigen Pfoten irgendwo im Gebüsch.

Von Hanna Koerdt

Kommentare