Kalbenser Hortkinder besichtigen Heimatmuseum, Burgkeller und Turm / Immer mehr Schüler im Wachhaus

Heimatgeschichte zum Anfassen

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Die Kinder bestaunten den Turm, von dem aus sie ihre Stadt genau unter die Lupe nahmen.

Kalbe. Jeweils zwei Schulklassen der Kalbenser Grundschule, Sekundarschule sowie der Brunauer Grundschule waren in den vergangenen Monaten schon im Alten Wachhaus und gestern besichtigten auch Kalbes Hortkinder das Burg- und Heimatmuseum der Mildestadt.

Man hoffe, dass dieser Trend anhält und auch künftig immer mehr Schulklassen und Kindergruppen kämen, „deshalb ist es auch eine tolle Sache, dass die Kinder, die im Rahmen des Unterrichts hierher kommen, nicht mehr bezahlen müssen“, so Krüger über die kürzliche Entscheidung der Stadtratsmitglieder, die nun noch mit einer Satzungsänderung offiziell gemacht werden muss.

Wie interessant die Geschichte ihrer Heimat sein kann, war den „Abenteuerland“-Kindern gestern deutlich anzusehen. Sie bestaunten zum Beispiel die Messer aus Feuerstein, die Arm- und Halsreifen aus der mittleren Steinzeit, die in einem Schaukasten in der ersten Etage des Museums ausgestellt sind. „was denkt ihr, wie alt die Sachen sind?“, fragte Henning Krüger. 400, 700, 1000 und 6000 Jahre waren die Vorschläge der Kinder. Tatsächlich sind die Exponate aber 3000 Jahre alt, klärte Henning Krüger auf. Er erklärte den Kindern auch, wieso auf den ausgestellten Bierdeckeln der früheren Kalbenser Brauerei „Altmärker Bergquell Biere“ steht, denn schließlich gebe es in Kalbe ja gar keine Berge: Ab den 1920er Jahren verwendete die Brauerei Wasser, welches über eine Leitung aus den Zichtauer Hellbergen kam: „Auch wenn wir hier eher Hügel als Berge haben, wollte man wohl ein bisschen angeben“, so Krüger: „Das Bier von Kalbe hat aber toll geschmeckt.“ Aufmerksam hörten sich die Kinder auch die Kalbenser Sage von der goldenen Wiege im Burggraben an, die wohl noch irgendwo unter dem Schlamm liegen wird und die von manchem Bürger angeblich schonmal gesehen wurde, der sich in besonders kalten Wintern bei Vollmond auf den vereisten Burggraben traute. Allerdings, so Krüger, sei das wahrgenommene Schimmern nicht die Wiege gewesen, sondern wohl eher das Licht des Vollmondes.

Richtig zum Anfassen war die Heimatgeschichte, als die Hortkinder ein Stück des Stahlseils des Längstwellensenders Goliath anheben durften, um zu fühlen, wie schwer auch nur so ein relativ kleines Stück ist, oder als sie Leinenhemden anprobierten, die sich ganz anders auf der Haut anfühlten, als die T-Shirts, die man heute trägt.

Grüppchenweise wurde nicht nur das Museum erkundet, sondern auch der Burgkeller – wobei sich nicht alle in das dustere Gewölbe trauten, in dem der ehrenamtliche Wachhausmitarbeiter Wolfgang Lüttge erklärte, was in dem kühlen Raum gelagert werden konnte. Auf dem Turm hingegen zeigte Hans-Michael Schweinert den Kindern, wo welche wichtigen Gebäude in Kalbe sind und erklärte ein wenig die Burggeschichte.

Es war ein spannender Ausflug für die Hortkinder und als Dankeschön gab es nicht nur ein kleines Ferienlied, sondern auch eine Kürbispflanze im Topf, die die Hortkinder selbst gezogen hatten.

Von Hanna Koerdt

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