Lars Fricke vom DRK übt mit Kalbenser Hortkindern Rettungsmaßnahmen

Erste Hilfe kinderleicht?

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Die Kinder im „Abenteuerland“ lernten viele Erste-Hilfe-Maßnahmen. Zum Beispiel die stabile Seitenlage. Lenja Mattheis legte die Hand von Lina Krüger an ihre Wange, zog ihr Knie hoch und ihre Freundin dann gekonnt zur Seite.

Kalbe. „Der Notarzt braucht einige Minuten bis er da ist. Ihr seid diejenigen, auf die es dann ankommt. Ihr seid die, die Leben retten können“, meinte am Donnerstag Lars Fricke vom Kreisverband Altmark West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zu den Kindern im Kalbenser Hort „Abenteuerland“.

Wie genau die Kinder ein Leben retten oder einem Verletzten helfen können, zeigte ihnen der Rettungssanitäter in der Praxis.

Paul Krüger (r.) hatte mehrere schwere Verletzungen, die Moritz Duske mit Kompressen und Verbänden versorgte.

Paul Krüger bot sich als Patient an und wurde von seinem Kumpel Moritz Duske behandelt. Paul hatte zum Beispiel einen Unterarmbruch, den Moritz verband. Um den Arm zu stabilisieren, benutzte er einen Kochlöffel. Denn nicht in jedem Haushalt gibt es gleich eine Schiene, dafür aber Kochlöffel und Co. . Wenn man in der Natur spielt, können Stock und Stoff als erster Verband herhalten. Nach dem Bruch hatte Paul sich eine tiefe Schnittwunde zugefügt, genau durch die Ader. Den Blutverlust zu stoppen, ist oberste Priorität, weil es durch großen Blutverlust schnell lebensbedrohlich werden kann. In dieser Situation, so lernten die Kinder, ist es wichtig, dass sich der Verletzte erstmal hinsetzt oder legt, da ihm schnell schwindelig wird, wenn er Blut verliert. Dann sollte man einen Druckverband machen – wenn man alleine ist, sogar noch bevor man den Notarzt ruft. Dafür legte Moritz Paul erst eine Kompresse auf die Verletzung, damit keine Bakterien mehr drankommen, anschließend eine noch eingepackte Verbandsrolle auf die Kompresse und umwickelte alles „richtig straff“, erklärte Lars Fricke, mit einem Verband. „Wenn die Blutung trotzdem nicht kleiner wird, könnt ihr mit noch einem zweiten Päckchen, das ihr drauflegt, den Druck erhöhen“, so der Mann vom DRK. Außerdem sei es wichtig, den verletzten Körperteil nach oben zu halten, damit noch weniger Blut dorthin gepumpt wird. Abschnüren darf man die Wunde aber nicht. Genauso wie man keinen Druckverband am Hals anlegen darf, da das die Atmung sowie die Blutzufuhr zum Gehirn stört.

Lars Fricke vom DRK-Kreisverband Altmark West zeigte im Kalbenser Hort, wie man Menschen wiederbelebt. Felix Horst’ Fazit: „Anstrengend!“

Was auf den ersten Blick leicht aussah, aber gar nicht so leicht war, wie sich beim Üben zeigte, war die stabile Seitenlage. Als die Kinder vor ihren Patienten knieten, wussten viele nicht: „Wohin jetzt nochmal mit den Armen?“. Schritt für Schritt und mit Hilfe all ihrer Freunde, die, wenn etwas falsch gemacht wurde, dies gleich zuriefen, lernten die kleinen Ersthelfer, was zu tun ist und wie man, auch wenn da ein Erwachsener vor einem liegt, den Verletzten auf die Seite dreht und absichert, dass er auch weiterhin atmen kann. Atmet eine Person nicht mehr, muss man sie, nachdem man die Atmung überprüft und einen Notarzt gerufen hat, wiederbeleben. Ganz schön anstrengend, meinte Felix Horst, der das als erster an einer Puppe übte und dreißig mal schnell mit den Händen auf das Brustbein drückte und dann zwei mal beatmete – und dass alles mehrere Mal hintereinander, denn im realen Leben muss man solange wiederbeleben, bis der Notarzt kommt.

Bei ein paar Notfall-Situationen wussten die Kinder schon, wie sie sich verhalten müssen, zum Beispiel von der Kinderfeuerwehr. Aber es gab auch viel Neues zu lernen. Und sogar die großen Hortlerinnen freuten sich, ihr Wissen wieder aufzufrischen.

Von Hanna Koerdt

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