Ramona Herzog bekam neuen Telekom-Tarif / Seit Wochen kämpft sie nun um ihren Internet- und Festnetzanschluss

Eine Familie aus Jeetze im Internet-Horror

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Seit gut einem Monat ist Ramona Herzog ohne Festnetz- und Internetanschluss. Mit dem neuen Router sollte der Internetzugang schneller werden. Jetzt kann sie weder ins Internet noch das Telefon benutzen. Von der Telekom fühlt sie sich im Stich gelassen.

Jeetze. „Es gibt nicht nur das Internet-Glück, sondern auch den Internet-Horror“, sagt Ramona Herzog aus Jeetze verzweifelt. Momentan befindet sie sich eher im Internet-Horror. Denn seit über drei Wochen kämpft sie um ihren Festnetz- und Internetanschluss. Bis jetzt jedoch vergeblich.

Was bisher geschah: Ramona Herzog ist seit langem Telekom-Kundin. Und war mit den Leistungen des Anbieters immer zufrieden. Nach einem heftigen Unwetter im Juni dieses Jahres blieben sie und andere Jeetzer Anwohner plötzlich ohne Festnetz. Nach Angaben der Telekom war vermutlich ein Blitzeinschlag daran schuld. Der Fehler wurde allerdings ziemlich schnell behoben, sodass die Familie wieder Internet und Telefon einwandfrei benutzen konnten. Bei einem Telefongespräch mit einem der Telekom-Mitarbeiter bot man ihr einen neuen Router mit schnellerem Internet und den Tarif „Magenta Zuhause M“ an. „Ich nahm das Angebot wahr. Unser Router war schon älter, wir wollten ihn sowieso im kommenden Jahr wechseln, weil er sich schnell erhitzte. Und da dachte ich: Wieso bis nächstes Jahr warten, wenn sie uns jetzt einen neuen anbieten“, erklärt Ramona Herzog.

Wie mit dem Telekom-Mitarbeiter besprochen, wurde ihr innerhalb weniger Tage ein neuer Router ins Haus geschickt, den sie zusammen mit ihrem Sohn Sebastian ordnungsgemäß installierte. „Am nächsten Tag sollte alles funktionieren.“ Sollte. Es funktionierte gar nichts. Von da an nahm der Horror seinen Lauf.

Sie rief bei der Telekom an, schilderte ihr Problem mit dem neuen Gerät. Daraufhin versprach die Telekom einen Techniker zu schicken, um nach dem Fehler zu schauen. „Ich habe diesen Techniker nie gesehen“, betont Ramona Herzog. Zu ihnen nach Hause sei er nie gekommen. Erneut nahm sie mit der Telekom Kontakt auf. Fragte nach dem vermeintlichen Techniker nach. Dieser teilte ihr dann mit, dass er vor Ort in Jeetze war und einen Defekt feststellen konnte, allerdings könne er ihr nicht helfen, da eine andere Abteilung dafür zuständig sei.

„Mittlerweile rufe ich täglich fünf Mal bei der Telekom an. Und jedes Mal werde ich von Mitarbeiter zu Mitarbeiter weitergereicht und muss von Neuem meine Situation schildern.“ Nach etlichen Telefonaten mit der Telekom stellte sich bei einem Gespräch plötzlich heraus, dass für den neuen Anschluss kein neuer Port, also keine neue Leitung, bereit steht. „Als ich dann nach unserer alten Leitung nachfragte, um vielleicht den alten Anschluss wieder zu bekommen, sagte man mir, dass diese bereits an jemanden anderen vergeben sei“, erklärt Ramona Herzog kopfschüttelnd.

Den einzigen Service den die Telekom der Familie bisher geboten hat, ist die Rufumleitung des Festnetzes auf das Handy. Und man habe, so Ramona Herzog, ihr einen Internet-Stick mit SIM-Karte versprochen, den sie zum Surfen verwendet kann. „Die SIM-Karte ist da und auch aktiviert. Auf den Stick warten wir schon seit Tagen. Vielleicht wurde er mit der Postkutsche verschickt“, sagt sie mit Galgenhumor.

Momentan ist es so, dass viele ihrer Nachbarn den neuen Tarif ebenfalls abgeschlossen haben, dass „bei ihnen alles funktioniert und dass sie sogar nach Vertragsabschluss einen Bonus von bis zu 250 Euro von der Telekom bekommen haben“. „Und ich hab als Bonus keine Leitung mehr“, sagt die Jeetzerin verzweifelt und wütend zugleich. Die Familie fühlt sich mit ihrer Situation von der Telekom einfach im Stich gelassen. „Man sitz mit seinem Unglück alleine da. Deshalb wollte ich damit einfach an die Öffentlichkeit, um andere davor zu warnen oder darauf hinzuweisen vor Vertragsabschluss genau nachzufragen, ob auch die entsprechende Leitung vorhanden ist.“

Auf Anfrage der Altmark-Zeitung bei der Pressestelle der Telekom in Bonn, hieß es seitens des Pressesprechers Nico Göricke, dass sich die Kollegen vom Kundenservice dem Sachverhalt angenommen haben, jedoch noch etwas mehr Zeit zum Recherchieren brauchen. Man bitte hier um Verständnis.

Wie viel Verständnis Ramona Herzog und ihre Familie jedoch nach dieser langen Warterei, dem ewigen Kampf um ihren Internet- und Festnetzanschluss und den etlichen getätigten Telefonaten mit dem Telekom-Kundenservice noch aufbringen soll, ist fraglich. Doch wie heißt es so schön: Die Hoffnung stirbt immer zuletzt. Und so hofft die Jeetzerin, dass ihr am Ende doch noch jemand aus diesem wochenlangen Internet-Horror raushelfen kann.

Von Marilena Berlan

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