Verein hat Hof an Kalbenser Rathausstraße gekauft / Spenden für Sanierung nötig / Sommercampus ab 25. Juli

Eigenes Künstlerhaus für Künstlerstadt Kalbe

+
Prösterchen: Zur „Inbesitznahme-Party“ trafen sich Vereinsmitglieder und Freunde der Künstlerstadt Kalbe am neu erworbenen Hof an der Rathausstraße in Kalbe.

koe/mb Kalbe. Ein lang gehegter Wunsch der Künstlerstadt Kalbe ist vor wenigen Tagen in Erfüllung gegangen: Der Verein hat nun ein festes Domizil in der Mildestadt.

In den Stallungen des ehemaligen Hofes sollen die Ateliers und Werkräume eingerichtet werden, in denen Künstler und Stipendiaten arbeiten können.

Schon seit längerer Zeit hatte man geplant, das Gebäude an der Rathausstraße 39, gleich hinter der Stadtkirche, zu kaufen. Der bisherige Eigentümer Attila Wichmann hatte das Mehrfamilienhaus vor einigen Jahren erworben. Es gelang lange nicht, einen anderen Käufer dafür zu finden. Die Künstlerstadt nutzte aber bereits die Scheune, die sich im hinteren Teil des Grundstückes befindet, als Veranstaltungsort während der Campuszeiten. Nun gehört das Haus samt Grundstück (der Kaufpreis liegt um unteren fünfstelligen Bereich) ganz dem Verein, freute sich Künstlerstadtinitiatorin Corinna Köbele am Freitag an der Rathausstraße zusammen mit einigen weiteren Mitgliedern und Freunden bei einer kleinen „Inbesitznahme-Party“, bei der mit einem Gläschen Sekt angestoßen wurde.

Insgesamt 1600 Quadratmeter Nutzungsfläche müssen nun gereinigt, saniert und umgebaut werden. Um die Pläne umsetzen zu können, braucht es auch finanzielle Unterstützung.

Erst das Vergnügen, dann die Arbeit. Denn Sigrid Fricke hatte Besen, Schrubber, Handfeger, Kehrblech und Eimer mitgebracht, damit man gleich mit der Arbeit im Haus beginnen kann. Es gibt schließlich viel zu tun: Das Gebäude soll nach und nach von oben bis unten entrümpelt, gereinigt und saniert werden. Es ist geplant, hier mehrere Stipendiatenwohnungen (Ein-Zimmer bis Fünf-Zimmer-Wohnungen) zu schaffen, so Köbele. Als Erstes möchte man aber einen kleinen Sanitärbereich installieren und für die Stromversorgung im Haus sorgen. Schon während des nächsten Sommercampus´s, der vom 25. Juli bis 11. September stattfinden wird, sollen möglichst die linksseitigen Stallungen im Innenhof als Atelier- und Werkräume genutzt werden können. In den Stallungen auf der rechten Seite soll in Zukunft eine Art „großes Wohnzimmer, vielleicht mit Bibliothek“ eingerichtet werden. Die Festscheune soll auch außerhalb der Campuszeiten generationsübergreifend und interkulturell als Veranstaltungsort dienen.

Nach dem Glas Sekt wurden im Haupthaus noch ein wenig die Besen geschwungen, die Sigrid Fricke (rechts) mitgebracht hatte.

Von heute auf morgen können alle Pläne nicht umgesetzt werden: Zwar wurde der Kaufpreis des Künstlerhauses durch ein Darlehen vorfinanziert, aber die Sanierung und der Umbau können so schnell gemacht werden, „wie das Geld da ist“, sagt Köbele. Aktuell werden Förderanträge gestellt. Außerdem sollen auch Spenden helfen. Dafür werden in dieser Woche in Kalbenser Geschäften, Hotels und Einrichtungen Spendentöpfe aufgestellt. Wer privat oder als Firma mit einer größeren Spendensumme unterstützen will, kann sich beim Künstlerstadtverein unter der Telefonnummer (03 90 80) 29 59 melden. Die Kontodaten stehen auch auf der Homepage, Spendenquittungen werden ausgestellt. Sachspenden sind selbstverständlich auch willkommen, so Köbele. Zum Beispiel Stromkabel und alles was für die Elektrik notwendig ist, oder was man für den Sanitärbereich benötigt.

Der Sommercampus findet indes diesmal in einer ganz neuen Form statt. Und zwar überwiegend in sogenannten Schwarzzelten oder Pfadfinderzelten, die bis zu 15 Personen einen Schlafplatz bieten. Diese werden auf dem Platz hinter der ehemaligen „Opelbude“ aufgestellt.

Der Verein sucht trotzdem noch feste Quartiere zum Wohnen und Schlafen für die Stipendiaten. Dies kann eine leer stehende Wohnung oder ein Zimmer zur Zwischennutzung sein (je nachdem für zwei bis vier Wochen). Die Nebenkosten werden übernommen. Benötigt werden auch kleine Zelte für ein bis zwei Personen.

Kommentare