Kalbenser Ortschaftsräte diskutierten „unhaltbaren Zustand“ der Pflanzringe in der Altstadt

Bürgern eine Zeit lang die Wahl lassen

+
Die Pflanzringe in der Kalbenser Altstadt sind völlig zugewuchert. Darüber diskutierte jüngst der Kalbenser Ortschaftsrat. Die Metallscheiben waren vor etwa zwei Jahren auf Initiative der Künstlerstadt Kalbe durch die Stadt entfernt worden, damit es grüner wird.

Kalbe. „Das ist keine Zierde mehr“, so Kalbes Ortsrat Mathias Graf während der jüngsten Ortschaftsratssitzung. „Es ist schon schöner, wenn die Altstadt grün ist“, meinte Volkmar Erl, allerdings nicht auf diese Weise.

Wenn sich keiner kümmert, soll alles zurück zum Originalzustand mit Baumscheiben, wie vorne an der Thälmannstraße.

Und für Kalbes Ortsbürgermeister Heiko Gabriel ist der Zustand „unhaltbar“. Die Rede ist von den Pflanzringen in der Kalbenser Altstadt.

Ganz vorne an der Ernst-Thälmann-Straße sieht es ja gepflegt aus – denn dort verhindern sogenannte Baumscheiben aus Metall, dass Unkraut sprießt. Doch geht man weiter in die Altstadt hinein, wuchert es nur so. An den dortigen Ringen wurden die Baumscheiben vor rund zwei Jahren entfernt. Dem vorausgegangen war eine Initiative der Künstlerstadt Kalbe: Man wollte die Altstadt natürlicher gestalten und war deshalb an die Stadtverwaltung mit der Bitte herangetreten, die Metallgitter entfernen zu lassen. Diese wurden von der Stadt deshalb angebracht, weil sie besonders pflegeleicht sind.

Die Stadt kam dem Wunsch nach – unter der Voraussetzung, dass sich der Bauhof, was die Pflege der Ringe angehe, dann aber zurückzieht. Denn die ist durch eine Bepflanzung viel aufwendiger, was Personal und Kosten angeht – die Kapazitäten sind sowohl bei der einen Sache als auch bei der anderen nicht da. Eigentlich war angedacht, dass sich die Initiatoren mit den Bürgern verständigen, dass diese sich um die Bepflanzung kümmern, wenn die Gitter weg kommen. Doch viel passierte nicht. Man zog dann auch die Gartenakademie Zichtau und den Tourismusverein beratend dazu. Es wurde dann auch bepflanzt, allerdings kümmert sich, wie jeder ganz offensichtlich sehen kann, niemand um die kleinen Urwälder.

Die Stadt habe, so Heiko Gabriel im Zuge der Ortschaftsratssitzung, vor kurzem eine Anfrage von Künstlerstadtinitiatorin Corinna Köbele erhalten, ob man nicht auch seitens der Verwaltung die Anlieger der Altstadt darum bitten könnte, sich an der Verschönerung ihrer Stadt zu beteiligen und die Pflanzringe vor ihren Häusern vom Unkraut zu befreien. Die Anwohner diesbezüglich anzusprechen, „das wäre aber Sache des Ortschaftsrates, finde ich“, meinte Heiko Gabriel. „Wenn es Anwohner gibt, die das machen wollen“, so Mathias Graf, dann sei das begrüßenswert. Einige täten dies ja auch schon jetzt von sich aus. Man könne aber niemanden dazu zwingen, schließlich sei es nicht ihre Aufgabe, so das Ratsmitglied. Man solle den Bürgern die Wahl überlassen. Allerdings solle man eine zeitliche Grenze von einem Vierteljahr ansetzen.

Der Künstlerstadtverein solle mit den Anliegern in der Altstadt sprechen und sich verbindliche Zu- oder Absagen einholen, wer sich um die Grünpflege kümmern möchte und wer nicht, so Heiko Gabriel. Wenn in dem vorgeschlagenen Zeitraum nichts passiere, solle die Stadt wieder die Baumscheiben anbringen.

Von Hanna Koerdt

Kommentar

Ein guter Ansatz, aber Interesse fehlt

Von Hanna Koerdt

Hanna Koerdt

Man kann es gar nicht beschönigen: Die Pflanzringe in der Kalbenser Altstadt sehen unmöglich aus. Was ich nicht verstehe: Hat man sich nicht vorher abgesprochen, ob sich die Bürger darum kümmern wollen, bevor man darum gebeten hat, dass die Stadt die Metallringe entfernt? Und wenn nicht, dann sollen sich diejenigen kümmern, die es so haben wollten. Das Interesse der Anlieger ist offenkundig nicht da. Schade um den guten Ansatz der grüneren Altstadt, aber Betteln bringt nichts: Metallscheiben wieder drauf! Denn so oder so: Gemeckert wird immer, egal wie man es macht.

Kommentare