Mehr Gäste im Burg- und Heimatmuseum „Altes Wachhaus“ / Ruth: Dank unmittelbarer Arbeit der Ehrenamtlichen

Bisher doppelt so viele Besucher

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Frisch aufgehängt sind 34 Ansichten von Kalbe: Wolfgang Lüttge (links) und Henning Krüger sind zwei der 30 Ehrenamtlichen, die sich im „Alten Wachhaus“ engagieren. Sie freuen sich, dass immer mehr Menschen Interesse am Museum zeigen.

Kalbe. 433 Besucher hatte das Kalbenser Burg- und Heimatmuseum „Altes Wachhaus“ einschließlich der Besichtigung des Hausmannsturmes in den vergangenen sechs Monaten, von Januar bis Juni.

Im Vergleich dazu: 2015 waren es innerhalb des selben Zeitraums 219 Besucher, also knapp die Hälfte.

„Das ist außerordentlich erfreulich“, sagt Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth über die gestiegenen Besucherzahlen: „Wir sehen hier die unmittelbare Arbeit der Ehrenamtlichen, die nicht nur dort tätig sind, sondern auch Werbung machen für das Museum.“ Ebenfalls Einfluss auf den Aufwärtstrend habe nach Meinung des Bürgermeisters die Kombination von Burggeschichte im Erdgeschoss und Heimatgeschichte, die im oberen Stockwerk durch die Erweiterung der Ausstellung erlebbar ist.

Und diese Heimatgeschichte ist seit gestern noch ein wenig greifbarer. Denn 34 Ansichten der Stadt, wie sie in früheren Zeiten aussah, haben die ehrenamtlichen Helfer Wolfgang Lüttge und Henning Krüger nun in mehreren Bilderrahmen am Treppenbereich aufgehangen. Die Fotografien bzw. Postkarten aus den Sammlungen von Henning Krüger und Hasso Mattmann zeigen unter anderem die alte Post und die Schule – „vom Bahnhof angefangen bis zum Gardelegener Tor, quer durch die Altstadt“, könne man nachvollziehen, wie die Mildestadt früher ausgesehen hat, so Krüger.

Für das kommende Jahr – das 500. Jubiläumsjahr der Reformation – ist abermals eine Erweiterung der Ausstellung im Alten Wachhaus geplant, thematisch passend zum Reformationsjahr. Dafür sei noch Platz, wie noch für ein paar Ausstellungsstücke mehr: „Wir suchen noch haptische Dinge“, so Krüger. Sprich: Ausstellungsstücke, die man auch mal anfassen darf und kann. Denn gerade hier zeigen sich die jüngsten Besucher begeistert, wenn sie mal ein Leinenhemd aus früheren Zeiten anziehen oder das Stahlseil des Goliath anheben dürfen. Für den Burgkeller, den man seit einiger Zeit ebenfalls besichtigen kann, werden zum Beispiel Tonkrüge gebraucht. Jedem der Ehrenamtlichen falle ab und an noch etwas ein, das verbessert werden könnte und generell sei man „immer für Ideen offen“, sagt Henning Krüger.

Die Ehrenamtlichen selbst freuen sich selbstverständlich auch darüber, dass Besucher kommen. Seit sich einige Bürger (laut Kalbenser Tourist-Info sind es aktuell 30) im Museum ehrenamtlich engagieren, „identifizieren sich auch mehr Menschen hiermit“, schätzt Krüger ein und sagt über die ehrenamtliche Arbeit: „Ich denke, es macht allen riesig Spaß.“ Inzwischen kommen auch aus dem Umkreis Schülergruppen, zum Beispiel aus Gardelegen. Neben einigen heimatgeschichtlich interessierten Bürgern, Patienten und deren Familien aus der Media-Klinik schauen sich auch die Touristen das Museum gerne an.

Neulich machte eine Gruppe Holländer in der Mildestadt Halt, um sich ganz zielgerichtet das Museum anzusehen. Denn dort hängt ein Bild, eine gezeichnete Rekonstruktion der Kalbenser Burg, des Malers Anco Wigboldus. Dieser war selbst Niederländer und „die Touristen kannten ihn persönlich und waren ganz begeistert“, so Henning Krüger.

Von Hanna Koerdt

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