Karsten Ruth bewirbt sich als Bürgermeister – diesmal ohne Gegenkandidat

„Betrachte meine Aufgabe nicht als abgeschlossen“

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Gestern stand um 18 Uhr fest: Karsten Ruth bleibt alleiniger Kandidat bei der Bürgermeisterwahl am 25. September.

Kalbe. Bis gestern 18 Uhr konnten noch Bewerbungen im Kalbenser Rathaus eingereicht werden. Was aber nicht mehr passierte, wie Kalbes Wahlleiterin Ingrid Bösener auf Nachfrage der Altmar-Zeitung mitteilt.

Damit steht fest: Karsten Ruth kandidiert alleine um das Amt des Bürgermeisters der Einheitsgemeinde.

Am 17. März hatte der 47-jährige Amtsinhaber seine erneute Kandidatur zunächst innerhalb einer Stadtratssitzung bekannt gegeben. Karsten Ruth, der aus Kalbe kommt aber inzwischen mit seiner Familie in Stendal lebt, ist parteiunabhängiger Volljurist und verfügt über eine langjährige Erfahrung in der Verwaltungsarbeit. So war er Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Arendsee-Kalbe, bis er sich 2009 als Bürgermeisterkandidat für die neu gegründete Einheitsgemeinde Kalbe aufstellen ließ. Die Bürgermeisterwahl am 6. Dezember 2009 gewann er mit mehr als 80 Prozent der Stimmen gegen seinen Mitbewerber Mario Appelmann.

Am Sonntag, 25. September, tritt Karsten Ruth ohne Gegenkandidaten an. Somit genügt ihm nur eine Stimme für den Wahlsieg. Seine alleinige Kandidatur sieht der Bürgermeister allerdings mit gemischten Gefühlen. Denn er befürchtet, dass dadurch die Wahlbeteiligung niedriger sein wird als bei einer Wahl zwischen mehreren Kandidaten, was nach außen hin unter Umständen als Desinteresse der Bürger verstanden werden könnte. Und man bekomme bei einer Wahl mit mehreren Kandidaten auch ein genaueres Feedback über die bisher geleistetete Arbeit.

Aber selbstverständlich freue er sich darüber, dass er seine Ziele weiterverfolgen können wird: „Ich betrachte meine Aufgabe hier noch nicht als abgeschlossen“, sagt Ruth und nennt als Beispiele sein Ziel, dass sich die Einheitsgemeinde Kalbe auch als solche identifiziert – „Eine andere Struktur würde sich heute eher negativ als positiv darstellen“ –, oder auch eine Attraktivitätssteigerung der Kommune: Die Einheitsgemeinde solle, so sein Wunsch, „im Umkreis der kommunalen Familie vollständig akzeptiert werden“ – auch im Landesmaßstab. Obwohl Kalbe nicht die besten Startbedingungen in die Wiege gelegt worden seien, „machen wir unsere Hausaufgaben solide und können in vielen Punkten Vorzeigbares präsentieren“, zum Beispiel die kontinuierliche Senkung der Pro-Kopf-Verschuldung.

Man sei insgesamt schon gut vorangekommen, „aber es ist noch lange nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe“, erklärt Karsten Ruth. Über die Kritik, die er stellenweise vernommen habe, man brauche im Bürgermeisteramt keinen Verwalter, sondern einen Visionär, sagt er: „Ich habe durchaus Visionen. Aber ich bin ein Realpolitiker. Ich richte meine Visionen danach, welche finanziellen, personellen und materiellen Mittel und Ressourcen zur Verfügung stehen.“

Von Hanna Koerdt

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