Alle Eltern zahlen ab Januar für Kitas gleichen Betrag / Höhe der zusätzlichen Zuwendung vom Land noch nicht bekannt

Beiträge doch einheitlich berechnet

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Ab Januar erhöhen sich die Elternbeiträge für die kommunalen Kitas in Kalbe. Sie wurden einheitlich, und nicht wie zunächst befürchtet einrichtungsspezifisch, berechnet.

Kalbe. Die Eltern, deren Kinder eine der sechs kommunalen Kindertagesstätten (oder Horte) der Einheitsgemeinde Kalbe besuchen, werden ab Januar höhere Elternbeiträge zahlen (wir berichteten).

Die Beiträge werden, entgegen der Befürchtung, man müsse für die Einrichtungen verschiedene Beiträge erheben, einheitlich bleiben.

Der Gesetzgeber schreibt vor, dass entweder eine einrichtungsspezifische Abrechnung gemacht wird (Beiträge staffeln sich je nach Personal, Unterhaltung oder auch Kinderanzahl), oder aber ein einheitlicher Beitrag festgelegt wird, allerdings errechnet auf der Basis des niedrigsten bisherigen Beitrages. Für die Kommune wäre dadurch ein Defizit von etwa 90 000 Euro entstanden, was man hätte aus der Haushaltskasse zahlen müssen. „Vor kurzem haben wir das Signal vom Sozialministerium erhalten, dass man von dieser rechtlichen Regelung Abstand nehmen wird“, erklärt Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth. Somit hat die Stadt wie bisher für die Festsetzung der neuen Elternbeiträge eine Mischkalkulation vorgenommen, also einen Durchschnittswert auf Basis aller Beiträge, errechnet. Die genaue Beitragshöhe wird im Stadtrat am Donnerstag, 13. Oktober, thematisiert. Die Elternkuratorien der Kitas sind bereits informiert. Zwar habe es Diskussionsbedarf gegeben, aber insgesamt hätten die Elternkuratorien positiv und verständnisvoll reagiert: Man sehe sich als Solidargemeinschaft, sagt Karsten Ruth.

Von einrichtungsspezifischen Beiträgen hätte lediglich die Kita „Märchenland“ in Kalbe, also die größte Einrichtung der Kommune, profitiert. In diesem Fall habe man die Gefahr gesehen, so Ruth, dass Eltern ihre Kinder nur noch in diese Einrichtung hätten schicken wollen, oder, weil hier die Kapazitäten irgendwann erschöpft sind, in andere günstigere Kitas. Das hätte im schlimmsten Fall zur Schließung der teureren geführt.

Zwar hat das Land zugesagt, noch in diesem Jahr zusätzliche 21 Millionen Euro für Kitas zur Verfügung zu stellen, eine positive Auswirkung auf die Elternbeiträge wird das aber nicht haben. Wenn die genaue Höhe der Zuwendung für Kalbe bekannt wird, müsse man erst prüfen, ob diese überhaupt ausreicht, um die Höhe der durch die Auflagen des Kinderförderungsgesetzes entstandenen Mehrkosten zu decken.

Von Hanna Koerdt

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