Hochdruckleitung um über einen Meter tiefergelegt

Baustelle in Engersen: Gasleitung war in Gefahr

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Silvio Falkenau hebelte, mit stetigem Kontrollblick auf den Zollstock, mit seinen Kollegen die Gashochdruckleitung stückweise insgesamt 1,20 Meter hinab.

Engersen. Echte Präzisionsarbeit wurde in den vergangenen Tagen auf einer ungewöhnlichen Baustelle am Engersener Sportplatz geleistet. Eine Stahlrohrleitung, die die Altmark mit Erdgas versorgt, musste auf einer Strecke von 200 Metern tiefer gelegt werden.

Behielten auf der Baustelle in Engersen den Überblick: Projektleiter Guido Lawerenz (v.l.), Planerin Anne Kratschmayr, Harri Schäfer (Netzkoordination) und Ingenieur Dr. Manfred Veenker.

Die Gashochdruckleitung, die 1992 gebaut worden war, verläuft unter einem Acker am Hang. Durch Starkregen ist dort immer mehr Sand abgetragen worden. Der Landwirt, in dessen Besitz der Acker ist, machte die Avacon darauf aufmerksam. Untersuchungen ergaben dann, dass die Leitung nicht mehr die erforderliche Deckung von mindestens 80 Zentimetern hatte, so Projektleiter Guido Lawerenz. Um der Gefährdung der Leitung vorzubeugen, hat sich die Avacon dazu entschieden, die Stahlleitung um 1,20 Meter tieferzulegen.

Vor knapp drei Wochen wurde damit begonnen, den Leitungsabschnitt freizulegen. Im Abstand von jeweils etwa 20 Metern wurden über dem Graben Stahlträger gelegt, an denen die Leitung aufgehängt wurde. Anschließend wurde unter den Leitungen der Graben auf die erforderliche Tiefe ausgehoben. Gestern erreichten die Bauarbeiten in Engersen ihren Höhepunkt, als die Leitung in zwölf koordinierten Einzelschritten abgelassen wurde: Zunächst wurden die Teilstücke um fünf, dann um zehn und schließlich um 20 Zentimeter abgesenkt. Dabei wurde sehr genau gearbeitet. Die Bauarbeiter mussten der Reihe nach erst den auf den Zollstöcken verzeichneten Ist-Wert durchgeben und dann die Leitung auf den durchgesagten Soll-Wert herunterhebeln.

Die Leitung, mit einem Innendurchmesser von 30 Zentimetern, wurde auf einer Strecke von 200 Metern freigelegt. Fotos: Koerdt

Die Leitung war während der Bauarbeiten weiterhin in Betrieb: „Wir haben den Netzdruck nur auf 7 bar runtergefahren“, so Harri Schäfer, der für die Druckabsenkung und Netzkoordination zuständig ist. Damit die Leitung dauerhaft gesichert ist und keine Nacharbeiten erforderlich werden, hat sich die Avacon zum ersten Mal für einen Flüssigboden entschieden, in den die Leitung eingebettet wird, erzählt vor Ort Anne Kratschmayr, die bei der Avacon für die Vor- und Grobplanung verantwortlich ist. „Dabei wird der Sand mit Bindemitteln vermischt und fließfähig. Damit wird der kleine Abstand zwischen Sole und Leitung ausgefüllt“, erklärt Ingenieur Dr. Manfred Veenker. Das Gemisch trocknet und wird „stichfest“, nimmt dabei eine ton- bzw. lehmartige Konsestenz an. „Dadurch gibt es keine Setzung mehr. In vielen Städten wird schon intensiv mit diesem Verfahren gearbeitet“, so Veenker.

Drei Schichten (Sand, nochmals Flüssigboden, Mutterboden) kommen noch darauf. Am 9. Oktober sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Von Hanna Koerdt

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