Heiko Gabriel: Bürger haben Bedenken wegen Standort am Rathaus / Kalbenser Ortsräte verstehen Zweifel nicht

Alternative wäre: Kein Wertstoffhof

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Auf einer Fläche hinter dem Kalbenser Rathaus, zwischen Hort und Kita, soll bald ein Wertstoffhof entstehen, wo Kalbenser ihre Geräte und ihren Grünschnitt abgeben können. Laut Heiko Gabriel hätten einige Bürger aber Bedenken bezüglich des Standortes.

Kalbe. „Grundsätzlich positiv“ sehe er einen Wertstoffhof in Kalbe, „das sollte man unterstützen“, erklärte Ortsbürgermeister Heiko Gabriel am Donnerstagabend den Kalbenser Ortsräten während ihrer Sitzung.

Allerdings hätte er wie auch einige Bürger Bedenken, was den Standort angehe. Denn der geplante Wertstoffhof (man wird hier zum Beispiel Elektrogeräte, aber auch Grünschnitt abgeben können) soll auf einer Freifläche hinter dem Rathaus und zwischen dem Hort „Abenteuerland“ und der Kita „Schatzkästchen“ gebaut werden (wir berichteten).

So ganz nachvollziehen konnten einige der Ortsräte diese Bedenken aber nicht: „Warum?“, fragte Ortsrat Volkmar Erl – die Bürger müssten schließlich schon konkret formulieren, was an dem Standort bedenklich sei. Man befürchte stärkeren Verkehr in der Nähe der Einrichtungen und es würden Geräte abgegeben, die zum Beispiel FCKW-haltig sind. Er wüsste auch gerne, wie die Fläche baurechtlich angelegt sei, so Gabriel. „Ich verstehe die Bedenken nicht“, meinte daraufhin Ratsmitglied Mathias Graf: „Wenn einer eine Mülldeponie betreibt, muss er ja über die gesetzlichen Regelungen Bescheid wissen, wie das abgesichert sein muss“. Und auf dem Parkplatz herrsche ohnehin Verkehr, so Graf. Trotzdem sei die Frage, so Gabriel, ob man sich auf dieser Fläche nicht zu sehr einenge, man habe ja Alternativen. Sein Favorit wäre am Osterfeuerplatz an der Feldstraße in Kalbe.

Dass es aber eben keine Alternativen gebe oder nur die eine Alternative, nämlich dass es keinen Wertstoffhof geben werde, das stellt Kalbes Bürgermeister Karsten Ruth gegenüber der Altmark-Zeitung richtig: Die gesamte Anlage ist baugenehmigsungspflichtig, auf der Fläche sollen voraussichtlich zwei Container innerhalb eines Rundweges aufgestellt werden und im hinteren Bereich wird es eine Fläche für den Grünschnitt geben: „Es gibt keine Alternativflächen, die alle Parameter erfüllen“, so Ruth. Diese seien zum Beispiel, dass die Kommune Eigentümer sei, dass die Fläche gut kontrollierbar sei und von den Containerfahrzeugen angefahren werden könne. Die von Gabriel vorgeschlagene Fläche an der Feldstraße könne aus mehreren Gründen nicht genutzt werden. So könnten hier teils nur Fahrzeuge fahren, die nicht schwerer als 2,5 Tonnen seien, womit die Straße nicht als Zubringerstraße geeignet ist. Der Standort müsste außerdem komplett beräumt werden, was kosten- und arbeitsintensiv sei. Außerdem müsste sie aufwendig umzäunt werden und sei wesentlich schwieriger zu überwachen als die Fläche hinter dem Rathaus. Diese habe man bereits sorgfältig geprüft, „wir haben hier eine Firma an der Hand, die sich genau auskennt“, so Ruth in Bezug auf die Deponie GmbH Gardelegen.

Was das Verkehrsaufkommen anginge, so habe man sich bereits verständigt, dass die Öffnungszeiten selbstverständlich so gelegt werden, dass es möglichst nicht zu Beeinträchtigungen kommt. Genau stehen sie noch nicht fest, möglich wären aber mittwochs nachmittags und an Sonnabenden.

Karsten Ruth betont außerdem, dass es sich nicht um eine Deponie handelt, sondern um ein Zwischenlager. Die Abholung der Geräte und des Grünschnitts durch die Deponie werde je nach Bedarf erfolgen: „Wenn eine Überfüllung oder Belästigung wahrnehmbar ist, wird sofort reagiert, das hat uns die Deponie zugesichert“, so Ruth.

Die Stadt reagiere mit einem Wertstoffhof in Kalbe auf die Bedürfnisse der Bürger, sagt der Bürgermeister: Schließlich müsse man dadurch nicht mehr bis nach Gardelegen oder andere Orte fahren, um seine Geräte oder Grünschnitt loszuwerden, was besonders auch für diejenigen von Vorteil ist, die in den Ortschaften der Einheitsgemeinde leben. Und ein Wertstoffhof könne endlich verhindern, dass Geräte einfach illegal irgendwo abgeladen werden, weil man keine Lust hat, die weiten Strecken auf sich zu nehmen.

Wenn das Vorhaben jetzt aber doch auf Widerstand stößt, „kann alles ganz schnell scheitern“, gibt Ruth zu Bedenken. Denn die Deponie GmbH könne sich noch immer zurückziehen, schließlich gebe es weder von dieser Seite noch von der Kommune aus eine rechtliche Verpflichtung, ein solches Zwischenlager vorzuhalten: „Dann möchte ich aber auch keine Beschwerden mehr über illegale Deponien hören.“

Die Ortsräte wünschten sich am Donnerstagabend letztlich einfach noch mal einen Ortstermin mit den Beteiligten wie auch mit den Mitgliedern des Bauausschusses, um eventuelle Fragen zu klären und um sich eventuell gegenüber den Bürgern auch sinnvoll positionieren zu können: „Das kann ich verstehen und das können wir auch gerne machen“, so Ruth.

Von Hanna Koerdt

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