Avacon Gardelegen liegt bei 267 Prozent

Grünstromquote: Zweieinhalb Mal über Eigenverbrauch

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Photovoltaik-Anlagen wie hier an der Stendaler Chaussee im Osten von Gardelegen sind im Kommen. Es gibt 2454 solcher Objekte im Bereich der Gardelegener Avacon.

Gardelegen. Die Flächen sind wohl größtenteils ausgereizt. In der Rubrik „dezentrale Energien“ im Avacon-Netzgebiet des Standortes Gardelegen werden nicht weniger als 103 Biogasanlagen aufgelistet.

Dazu kommen auf der Fläche zwischen Mahlsdorf und Barleben sowie von Jahrstedt bis in die Region Osterburg noch 335 Windräder.

Vor allem die Windparks sind es, die Grünstrom in das Avacon-Netz einspeichern. Zwei Drittel der Gigawattstunden kommen aus diesen Windkraftanlagen – und es wird noch mehr werden. Denn nach Aussage von Steffen Lötge, Betriebsleiter Verteilnetze bei der Avacon in Gardelegen, werden bereits – und werden in den nächsten Jahren – zahlreiche Windparks „repowert“. Soll heißen: Die Nabenhöhen werden erhöht, die Windräder sollen größer werden.

Ein drittes Standbein sind die Photovoltaik-Anlagen im Verbreitungsgebiet der Gardelegener Avacon. Laut Pressesprecherin Corinna Hinkel gibt es (Stand 31. Dezember 2015) genau 2454 solcher Anlagen. Und zwar vom großflächigen, gewerbsmäßig betriebenen Modulfeld bis hin zur Solaranlage auf dem eigenen Hausdach.

Die Folge dieser Einspeisungen: Für das Gebiet Gardelegen verzeichnet die Avacon eine Grünstromquote von genau 267,15 Prozent. Soll heißen: Es wird mehr als zweieinhalb Mal so viel Grünstrom produziert wie vor Ort tatsächlich verbraucht wird. Der Überschuss fließt in andere Teile Deutschlands und wird dort verbraucht. Eine Tatsache, die jeder Autofahrer und Bahnreisende beim Blick aus dem Fenster selbst erahnen kann: In und um Ballungsgebiete wie Berlin und Hamburg gibt es weitaus weniger Windräder und Biogasanlagen als „auf dem Lande“, zum Beispiel in der Altmark.

Deutschlandweit liegt die Grünstromquote übrigens bei 33 Prozent, also um ein Achtfaches niedriger als im Bereich der Gardelegener Avacon.

Von Stefan Schmidt

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