Kinder der Reutter-Grundschule sollen ab der 5. Klasse auch in den Ortsteil/Konrad Fuchs dagegen

Das Ziel: Miester Sekundarschule stärken

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Um den Standort der Sekundarschule „Am Drömling“ zu stärken, sollen ihr die Grundschüler aus Estedt, Schenkenhorst, Berge, Ackendorf, Laatzke, Zichtau und Wiepke zugeordnet werden.

Gardelegen. Grundschüler der Gardelegener Grundschule „Otto Reutter“ werden, wenn sie ab der fünften Klassen in den Sekundarschulbereich wechseln, derzeit in der Karl-Marx-Schule unterrichtet.

Dies soll sich ab 2016 / 17 ändern, wie der Kreisausschuss dem Kreistag, der am 14. Dezember darüber entscheidet, empfiehlt.

Hintergrund: Die Kinder der Estedter Bildungsstätte, die geschlossen wurde, haben bei „Otto Reutter“ eine neue Heimat gefunden. Damit fehlt der Miester Sekundarschule aber der Einzugsbereich Estedt. Um diesen Standort für die Zukunft weiter zu sichern, schlägt die Kreisverwaltung nun vor: Ein Teil der Otto-Reuter-Viertklässler soll künftig nach Mieste fahren. Dies betrifft konkret die Schüler aus den Orten Estedt, Schenkenhorst, Berge, Ackendorf, Laatzke, Zichtau und Wiepke. Zusammen mit den Grundschulbezirken Mieste und Letzlingen wäre die Miester Einrichtung „Am Drömling“ dann gesichert.

Doch es gab beim Kreisausschuss am Montagabend auch kritische Töne. „Die Vergangenheit holt uns ein“, unterstrich Kreistagsmitglied Konrad Fuchs. Der ehemalige Gardelegener Bürgermeister erinnerte daran, dass vor Jahren Mieste gerettet werden konnte, die Goethe-Sekundarschule Gardelegen aber geschlossen wurde. Dies war einst von den Verantwortlichen anders vorgesehen, doch Proteste sorgten bei den Kreistagsmitgliedern für die Entscheidung für Mieste. Konrad Fuchs sprach am Montag von einer „politischen Entscheidung“ und davon, dass Kinder künftig von den Ortsteilen durch die Stadt an Schulen vorbei nach Mieste gefahren werden. Er stimmte gegen die Änderung der Schuleinzugsbereiche. Zudem gibt es eine Trennung des Klassenverbundes. Denn theoretisch ist es dann möglich, dass Viertklässler der Reuter-Grundschule, die auf eine Sekundarschule wechseln, trotzdem nicht in die gleiche Bildungsstätte kommen.

„Dies gibt es aber ja sowieso“, erinnerte Landrat Michael Ziche daran, dass die Klassen eh nach Gymnasium und Sekundarschulen getrennt werden. Er lenkte den Blick auf das Land. Durch den Landtag seien die Mindest-Schülerzahlen beschlossen worden, die seit Jahren für große Probleme im ländlichen Raum mit dünner Besiedlung und sehr weiten Wegen sorgen.

Die Einrichtungen „Karl Marx“ und „Am Drömling“ bilden einen Mehrfachstandort. Dies bedeutet: In einer Schule müssen mindestens 240 Mädchen und Jungen und in der anderen 180 Kinder unterrichtet werden.

Von Christian Ziems

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