Gut besuchtes Flugplatzfest des Fliegerklubs Gardelegen mit vielen Rundflügen

Abheben in Gardelegen: „Es war wunderbar“

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Anja Rohrdiek hatte einen Rundflug mit dem technischen Leiter im Fliegerklub, Werner Beyer, im Motorsegler gewonnen.

Gardelegen. Was Mika Krause aus Gardelegen mal werden möchte? Pilot vielleicht. Denn der Sechsjährige hob am Sonnabend bereits zum vierten Mal mit dem größten einmotorigen Doppeldecker der Welt, einer russischen Antonow AN-2, ab, um eine Runde über Gardelegen zu fliegen.

Und er ist immer wieder aufs Neue begeistert, wie Papa Jörn Krause erzählt, der seinen Sprössling mit Freuden begleitete.

Katharina Voigtländer am Vereinsflugzeug, mit dem sie als Flugschülerin ihre Stunden absolviert.

So wie die beiden nutzten am Wochenende zahlreiche Besucher des großen Flugplatzfestes des Fliegerklubs Gardelegen die Möglichkeit, mit verschiedenen Motorflugzeugen, einem Motorsegler oder Schulgleiter in die Luft zu gehen. Das taten beispielsweise Renate Baumann, Martina Müller und deren Sohn Niki-Maximilian aus Gardelegen, die mit der viersitzigen Vereinsmaschine, der französischen Robin DR 400, die auch als Schleppmaschine für die Segelflieger und für die Flugausbildung genutzt wird, abhoben. „Es war wunderbar“, schwärmte Renate Baumann, als sie wieder festen Boden unter den Füßen hatte. Sie war quasi Co-Pilotin, sprich sie saß vorn neben dem Piloten, der „alles toll erklärt hat“. Mit dem Motorsegler des Vereins, der SF 25, in den blauen Sommerhimmel gestiegen ist dagegen Anja Rohrdiek aus Lindstedterhorst. Am Steuer saß der technische Leiter im Gardelegener Fliegerklub, Werner Beyer, der am Wochenende die Veranstaltung auch moderierte und die Besucher über die anwesenden Flugzeuge und Aktionen am Himmel und auf der Erde informierte.

Die Antonov, konstruiert in den 50er Jahren, wird heute noch in Russland eingesetzt. Der Oldtimer, mit dem die Festgäste in Gardelegen am Wochenende ihre Runden drehten, ist ansonsten in Ballenstedt beim dortigen Verein stationiert, erzählt Gardelegens Klubvorsitzender Tim Koesling. Beide Vereine sind seit langem befreundet. Man unterstützt sich gegenseitig bei ihren Festen.

Der Vorsitzende des Fliegerklubs Tim Koesling (l.) mit seiner Frau Annelore und dem technischen Leiter im Verein Werner Beyer.

Und die Hansestädter konnten noch mit weiteren Gastflugzeugen aufwarten. Darunter waren, wie Koesling aufzählte, zwei Jak 52. Das sind zweisitzige Trainer- und Schulflugzeuge für Militärpiloten, die auch als Kunstflugtrainer eingesetzt werden. Das zeigten die Piloten auch, in dem sie mit ihren Fluggästen so manchen Looping, Rolle, Turn oder kubanische Acht flogen. Weiterhin konnte die einmotorige Dornier 27 von Fliegerklub-Mitglied Axel Thürich bewundert werden. Diese Flugzeugart wurde in den 60er Jahren von der Bundeswehr als Schul- und Verbindungsflugzeug genutzt. Außerdem gab es mal ein ganz bekanntes Modell davon. Es war, wie Koesling erzählte, wie ein Zebra bemalt und wurde von dem bekannten Tierfilmer Bernhard Grzimek in Afrika genutzt. Ebenfalls sehenswert war das tschechische und doppelsitzige Agrarflugzeug Z 37, Baujahr 1978, mit Namen „Cmelák“, was auf Deutsch „Hummel“ heißt. Es ist in Kyritz bei einem Freund stationiert. Jörg Federlein und Roland Koch hatten es zum Flugplatzfest nach Gardelegen geholt.

Neben den Flugzeugen waren auch Oldtimer auf dem Boden zu entdecken. Maik Kellermann vom Gardelegener Oldtimer-Stammtisch war mit einer russischen Molotow, Baujahr 1957, einem russischen Jeep UAZ 469, Baujahr 1974, und einem Original Trabi der DDR-Grenztruppen, Baujahr 1982, vor Ort.

Für das leibliche Wohl der zahlreichen Besucher standen Herzhaftes vom Grill und Süßes in Form von selbst gebackenen Kuchen bereit.

Auch an das leibliche Wohl ihrer Gäste hatten die derzeit 35 Mitglieder des Fliegerklubs gedacht, die im Sommer, wie Koesling erzählte, mit ihren Flugzeugen an die Müritz zu „fly and sail“ fliegen wollen. Zudem hoffen sie mit ihrem Fest, ihr Hobby auch anderen Interessierten schmackhaft machen zu können. Denn der Klub ist auch Flugschule für Segelflieger, was schon für Jugendliche geeignet ist, und Motorflugzeugen. Derzeit werden vier Flugschüler unterrichtet, darunter mit Katharina Voigtländer aus Wedringen auch eine Frau. Seit Herbst 2015 ist sie dabei, hat schon einige Flugstunden absolviert und hofft, Ende des Jahres ihre Fluglizenz in der Tasche zu haben. Ihrer Meinung nach ist Fliegen nicht schwer. Das einzig schwierige ist die Landung, für die man Übung braucht. Na dann, wie die Flieger sagen: „Always happy landings!“

Von Elke Weisbach

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