Wohl doch Mehrheit für einheitlicahe Trauerhallen-Nutzungsgebühren im gesamten Stadtgebiet

„Völlig abstrus, das zu zersplittern“

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Für die Nutzung der Trauerhalle in Gardelegen soll künftig ebenso 100 Euro gezahlt werden wie in den Dörfern. 

Gardelegen. Die Gebühren für die künftige Nutzung der Trauerhallen auf städtischen Friedhöfen im gesamten Gardelegener Stadtgebiet sollen gleich hoch sein. Das empfiehlt der Gardelegener Finanzausschuss.

Einstimmig votierte das Gremium am Montagabend für den Antrag der Fraktion Freie Liste / Feuerwehr, die Nutzungsgebühr generell bei 100 Euro zu veranschlagen – egal ob auf dem Gardelegener Friedhof an der Bismarker Straße oder in Trauerhallen kleinerer Dörfer.

Gleichzeitig fiel der Antrag der Gemischten Fraktion durch, eine Staffelung vorzunehmen. Denn die Trauerhallen seien „in Zustand, Größe und Ausstattung sehr unterschiedlich“, begründet Fraktionschefin Regina Lessing den schriftlich eingereichten Antrag, wonach es vier unterschiedliche Gebühren geben soll – von 120 Euro (für zwei Trauerhallen) über 100 Euro (für sechs Trauerhallen) und 80 Euro (für sieben Trauerhallen) bis zu 60 Euro für die meisten Trauerhallen, nämlich deren 20.

„Das ist ein rein willkürliches Bewertungskriterium“, kritisierte Jörg Marten (SPD-Fraktion) den Antrag der Gemischten Fraktion, die Höhe der Gebühren nach der Platzkapazität zu berechnen. Dann könne man ja auch „den Farbanstrich als Kriterium nehmen“ oder die Qualität der Heizkörper. Eine Staffelung sei „ein Ding der Unmöglichkeit“, schimpfte er. „Es ist völlig abstrus, das zu zersplittern.“

Ähnlich sah dies Christian Glatz, obwohl Mitglied der beantragenden Gemischten Fraktion: „Ich bin mit einer Staffelung nicht einverstanden“ stimmte er für die einheitlichen 100 Euro. Dies hatte zuvor Rüdiger Wolf, der für die Fraktion Freie Liste / Feuerwehr die 100 Euro nochmals beantragte, erläutert. Er plädierte für „eine einheitliche Summe für alle Bürger der Stadt“. Jörg Marten hatte zuvor nachgerechnet, dass die 100 Euro eine erhebliche Subventionierung seitens der Stadt für die Trauerhallen bedeuten würden. „Auch wenn das jetzt pietätlos klingt, aber man muss es so sagen.“

Der Staffelungsantrag der Gemischten Faktion fiel im Finanzausschuss durch. Nur Fraktionsmitglied Nico Macht stimmte dafür. Dagegen votierten alle Ausschussmitglieder – und somit auch Nico Macht – direkt im Anschluss für die einheitliche Regelung von 100 Euro pro Trauerhallen-Nutzung.

Das entscheidende Wort hat der Gardelegener Stadtrat, der am Montag, 26. Oktober, zusammenkommt – wenn er das Thema nicht wieder vertagt.

Von Stefan Schmidt

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