Einhellig: „Nur Bares ist Wahres“

Wochenmarktverkäufer und Besucher halten nichts vom bargeldlosen Zahlungsverkehr

Auf dem Gardelegener Markt ist meist einiges los. Das Bezahlen mit Bargeld gehört hier einfach zum Geschäft und natürlich auch zur Marktatmosphäre.

Gardelegen. Gibt es bald kein Bargeld mehr? Wird nur noch im Internet und per Karte bezahlt? Vor wenigen Wochen kam in den Medien das Thema auf, dass einige Banker das Bezahlen mit Bargeld ganz abschaffen wollen.

Die Freundinnen Maika Riemann (links) und Alice Hille genießen auf dem Markt ihren Kaffee und das schöne Wetter.

Künftig soll dann der Zahlungsvorgang nur noch mit EC-Karte getätigt werden. Aber lohnt sich eine solche Zahlungsweise bei Kleinbeträgen überhaupt? Mittlerweile kann man in vielen Geschäften die EC-Karte bereits bei Cent-Beträgen zücken. In Läden ist das gut möglich, doch wie sieht das auf dem Wochenmarkt aus? Ist das überhaupt umsetzbar? Die Altmark-Zeitung hat auf dem Gardelegener Wochenmarkt nachgefragt. „Wie soll das funktionieren? Wir haben hier draußen keinen Strom. Und außerdem lohnt sich das doch nicht bei so kleinen Beträgen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das durchsetzten wird“, sagt Karin Meinecke vom Fisch-Willi-Stand. Einige Stände weiter sieht das die Spargelverkäuferin Brigitte Sonnenleitner ähnlich. „Ein EC-Kartenlesegeräte kostet rund 500 Euro. Private Anbieter können sich ein solches Gerät gar nicht leisten. Und hält das Gerät den ständigen Transport überhaupt stand?“ , fragt sie sich und kann über diese Idee nur den Kopf schütteln.

An einem Handtaschen- stand schaut sich Gerda Schumann Postkarten an. Beim Bezahlen der Ware sagt die Rentnerin: „Ich finde das nicht gut. Ich bezahle generell immer mit Bargeld und kleinere Beträge sowieso“ – und gibt dabei dem Standbesitzer das Geld in die Hand.

Renate Becker steht immer mit ihrem Unterwäschestand direkt am Rathausgebäude. Sie wisse nicht, ob das elektronische Gerät bei schlechtem Wetter funktioniert. „Mit einem solchen Gerät ist man vom Wetter abhängig. Bei Nässe geht das womöglich kaputt. Ich möchte das nicht haben. Ich werde, so lange es geht, nur Bargeld annehmen“, erklärt sie fest entschlossen.

Die Freundinnen Maika Riemann und Alice Hille haben sich einen Kaffee bei „Coffeebreak“ geholt, sitzen auf der Bank und genießen das schöne Wetter. In puncto bargeldloses Bezahlen haben sie dieselbe Meinung: „Die Verlockung ist viel zu groß, dass man mehr ausgibt. Außerdem gehört das Bargeld zur Marktatmosphäre“, sagen sie. Und für die 26-jährige Alice Hille steht klar fest: „Nur Bares ist Wahres.“

Von Marilena Berlan

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