Gardelegen: Vorbildlicher Schwanenpapa

Positives Ende am Stadtgraben: Witwer mit sechs Jungen

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Morgendliche Putzstunde: Schwanenvater Cäsar (im weißen Gefieder) mit seiner Großfamilie am Gardelegener Stadtgraben. Alle sechs Nachwuchsschwäne sind wohlauf.

Gardelegen. Das zwischenzeitliche Drama um die Schwanen-Großfamilie auf dem Gardelegener Stadtgraben scheint ein gutes Ende zu nehmen. „Ich bin positiv überrascht, wie der Vater seine Aufgabe bewältigt“, sagt Gardelegens „Schwanenmutter“ Ingeborg Köhn.

Denn der Witwer hat seine sechs übrig gebliebenen Sprösslinge – ursprünglich hatte das Schwanenpaar achtfachen Nachwuchs gezeugt – wohlbehalten über die kritischen ersten Monate gebracht. Mittlerweile sind die sechs süßen Schwäne gewachsen, befinden sich im Teenager-Alter und könnten im Herbst die ersten „Flugstunden“ nehmen.

Zur Erinnerung: Vor zwei Monaten starb die Schwanenmutter an einer bakteriellen Vergiftung. Der Vater – er hatte sich bis dahin nur nebenbei um den Nachwuchs gekümmert – saß plötzlich mit sieben kleinen Schwänen am Ufer des Stadtgrabens. Bis auf die Tatsache, dass ein Junges kurz danach ebenfalls das Zeitliche segnete, bewies sich der junge Vater aber als vorbildlicher Lehrer und Erzieher. „Er beschützt mittlerweile auch die anderen Tiere am Stadtgraben, wie die Enten“, hat Ingeborg Köhn beobachtet. „Er ist so etwas wie der Bürgermeister vom Stadtgraben“, ist sie stolz auf den Witwer, den sie „Cäsar“ getauft hat, „weil er sich ein wenig wie ein Kaiser benimmt“.

Spannend könnte es im Oktober werden, wenn die ersten Flugstunden für den Nachwuchs anstehen. Fluglehrerin ist normalerweise die Mutter. Nach ihrem Ableben müsste nun der Vater diese Aufgabe übernehmen. „Ich bin zuversichtlich, dass er auch diese Herausforderung packt“, meint Ingeborg Köhn.

Von Stefan Schmidt

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