Diesmal mit neuen Organisatoren

Ab Sonnabend wieder „antimilitaristisches Camp“ bei Potzehne

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Abgeriegelt von der Öffentlichkeit, gab es bisher drei „antimilitaristische Camps“ bei Potzehne. Ab Sonnabend wird wieder demonstriert. Diesmal tritt aber ein neuer Veranstalter in Erscheinung.

Potzehne / Letzlingen. Der Verein nennt sich „COMM“ und hat seinen Sitz in Schleswig-Holstein. Auf der Internetseite werben die Militär- und Atomkraftgegner mit dem Foto einer kleinen Wohnwagenstadt vor einem Atomkraftwerk.

Seit 2011 gibt es diesen Verein, der zuletzt vor dem Atomkraftwerk Brokdorf an der Elbe demonstrierte – und ab dem kommenden Wochenende auch in der Region Gardelegen präsent sein wird.

Denn der Verein „COMM e.V.“ mit Sitz in Bokholt-Hanredder bei Elmshorn hat offiziell das mittlerweile vierte „antimilitaristische Camp“, das sich gegen die Bundeswehr und speziell gegen das Gefechtsübungszentrum (GÜZ) sowie die im Bau befindliche Übungsstadt Schnöggersburg richtet, angemeldet. Die erwartete Personenzahl für das Camp, das wieder auf einer privaten Wiese zwischen Potzehne und Parleib abgehalten werden soll, liegt nach Angaben von Hans Thiele, Dezernent im Altmarkkreis Salzwedel, bei 100 Personen. Damit wären es spürbar weniger Militärgegner als noch in den Jahren zuvor.

Bemerkenswert dabei ist, dass sich die bisherigen Organsatoren des „War starts here“-Camps („Krieg beginnt hier“) offenbar zurückgezogen haben. „Der anmeldende Verein tritt bei uns erstmals in Erscheinung“, sagt Hans Thiele. Die Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung sei bisher konfliktfrei verlaufen. Die Internetseite der bisherigen Organisatoren wird seit kurzem „nicht mehr betreut“. Weiter heißt es dort: „die Orga-Gruppe der letzten drei Jahre“ habe sich „aufgelöst“, steht auf der nun nicht mehr aktuellen Internetseite. Auch „unsere bisherigen Kontakt-Email-Adressen“ seien „ab sofort nicht mehr in Betrieb.“

In den vergangenen Jahren waren diverse Vertreter des „War starts her“-Camps nur unter Phantasienamen wie „Rosa Panzer“ in die Öffentlichkeit gegangen. Das Camp selbst war abgeriegelt, unliebsame Personen – dazu gehörten auch Medienvertreter – erhielten keinen Zutritt.

Ein mögliches Auseinanderdriften von eher militanten und friedlichen Bundeswehrgegnern möchte Hans Thiele nicht kommentieren. Nur soviel: „Wir wissen nicht wirklich, was kommt.“

Während der drei bisherigen Camps – unter anderer Organisationsstruktur – war es stets auch zu gewalttätigen Aktionen gekommen, von denen sich die bisherigen Organisatoren nie wirklich distanziert hatten. So im Vorjahr, als auf dem Truppenübungsplatz mehrere Fahrzeuge in Brand gesteckt worden waren und ein Schaden von 450 000 Euro entstand. Ob nun die friedlichen Demonstranten die Oberhand gewonnen haben, bleibt abzuwarten. Ein so genannter „Aktionstag“ ist für Sonnabend, 1. August, jedenfalls angemeldet. Das Polizeiaufgebot wird sich im Vergleich zu den Vorjahren wohl eher im überschaubaren Rahmen halten.

Und auch beim „Sommermarkt“ auf dem Letzlinger Marktplatz am selben Tag wird es einen Stand der Militärgegner geben: Die seit mehr als 20 Jahren vor Ort aktive Bürgerinitiative „Offene Heide“ wird dort an diesem Tag mit Infomaterial präsent sein.

Von Stefan Schmidt

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