„Wir haben Besserung gelobt“

Lärmbelästigungen bei Feiern auf dem Gutshof in Zichtau

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Auf dem Gutshof-Gelände in Zichtau finden regelmäßig Veranstaltungen, darunter auch Hochzeitsfeiern, statt. Ab sofort gibt es gewisse Einschränkungen zum Schutz der Anlieger.

Zichtau. Es war eine laue Sommernacht am ersten August-Wochenende. Und es war laut. Bis frühmorgens um kurz vor 5 Uhr dauerte die Feier auf dem Gelände des Gutshofes in Zichtau. Daran können sich viele Anwohner noch sehr genau erinnern.

Denn die Hochzeitsgesellschaft machte sich offenbar nicht mal die Mühe, leise zu sein. „Es war unzumutbar“, sagt ein Anwohner aus Zichtau. Zumal es noch ein kräftiges Feuerwerk gegeben hatte, „das so klang, als wenn halb Zichtau in die Luft fliegt. “.

Diese Feier war Anlass für mehrere Anwohner des Gutshofes, sich zu beschweren. Die Folge: Magnus Staehler, Projektleiter auf dem Gutshof, hat sich in aller Form und schriftlich bei den geplagten Anwohnern entschuldigt. Und nicht nur das: Vor wenigen Tagen lud er die Anlieger aus Zichtau zu einem „gemütlichen Nachmittag“ ins Gutscafé ein. Mit dem Ergebnis, dass es künftig Einschränkungen bei Feiern auf dem Gutshof-Gelände geben wird. Oder, wie es Magnus Staehler ausdrückt: „Wir haben die Spielregeln neu definiert.“

Und die lauten: Es gibt eine zeitliche Beschränkung für Feiern. Die auch nur noch in geschlossenen Räumen stattfinden dürfen – für die genannte Hochzeitfeier wurde auf dem Areal extra ein großes Zelt aufgestellt, ein DJ sorgte darüber hinaus bis frühmorgens für wummernde Bässe. Den Widerspruch beschreibt Magnus Staehler so: „Für das Hochzeitspaar ist eine solche Feier ein für das eigene Leben einmaliges Ereignis, für unsere Anwohner sind solche Feiern regelmäßiger Alltag.“ Anfang August seien aber, betont Staehler, „die Spielregeln überschritten worden“. Das habe auch dem gastgebenden Gutshof-Team „nicht gefallen.“

Die Folge: Ab sofort gibt es bei ähnlichen Feiern eine zeitliche Begrenzung „im Rahmen der üblichen Ortssatzung“, so Magnus Staehler. Dazu auf dem gesamten Gutshof-Gelände ein Feuerwerk-Verbot. Man sei nun in Gesprächen mit dem städtischen Ordnungsamt, inwiefern man Feuerwerke, die zwar von Gutshof-Gästen in Auftrag gegeben werden, dann aber auf kommunalem Gelände außerhalb des Gutes in die Luft gejagt werden, ebenfalls eindämmen könne. Zusätzlich gibt es ab sofort für die Gutshof-Anlieger eine Hotline: Sollte es erneut zu Lärmbelästigungen bei Feiern kommen, schreitet ein Gutshof-Mitarbeiter noch an Ort und Stelle ein.

„Für uns ist ein einvernehmliches Nebeneinander mit den Anwohnern ganz wichtig“, betont Magnus Staehler. „Es geht nicht ohne sie.“ Deshalb das Entschuldigungsschreiben, das der Altmark-Zeitung vorliegt. Deshalb der gemütliche Nachmittag, der nach Aussage von Magnus Staehler „erfreulich gut besucht“ war und „durchaus harmonisch“ verlaufen sei. „Wir haben Besserung gelobt“, fasst der Gutshof-Projektleiter die Runde zusammen.

Von Stefan Schmidt

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