Entwurf der einheitlichen Friedhofsgebührensatzung erhitzt Gemüter im Dannefelder Ortschaftsrat

Wilfried Kuhrs: „Über 500 Euro, das geht gar nicht“

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Für die Benutzung von Trauerhallen, wie hier in Wannefeld, sind Gebühren fällig. Wie hoch, das ist noch unklar.

lam Dannefeld/Gardelegen. Beim vorliegenden Entwurf der neuen Friedhofssatzung, die ab dem 1. Januar 2016 für alle Ortsteile der Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen in Kraft treten soll und allen Gremien – Ortschaftsräte und städtische Ausschüsse sowie Stadtrat – nun zur Beratung vorliegt, „habe ich nichts gefunden, was mit Sorgen macht“.

Das erklärte Dannefelds Ortsbürgermeister Maik Lüer am Dienstagabend während der Ortschaftsratssitzung. Und seine Ratskollegen stimmten ihm zu. „Damit kann ich leben“, erklärte beispielsweise Dagmar Bethge.

Ganz anders sah es dagegen bei der vorliegenden Friedhofsgebührensatzung aus. Denn dort ist für die Nutzung der Trauerhallen auf den Friedhöfen der Ortsteile, die sich in Trägerschaft der Stadt befinden, eine Gebühr von 595,86 Euro ausgewiesen – im Gegensatz zur Trauerhalle in Gardelegen, für die eine Benutzungsgebühr von 113,92 Euro ausgewiesen ist. „Dafür habt ihr gleich mein Nein“, so der Ortsbürgermeister, der ironisch ergänzte: „Dann kaufen wir mit den Verfügungsmitteln eben ein schönes Zelt und schaffen die Trauerhalle ab.“ Und sein Vorgänger Wilfried Kuhrs ergänzte: „Über 500 Euro, das geht gar nicht.“ Die Trauerhalle in Dannefeld wurde, wie er erzählt, zu DDR-Zeiten als „Subotnikmaßnahme“ errichtet. Das Material wurde gestellt, gebaut haben die Einwohner. Außerdem werde sie immer noch mit einem Ofen beheizt, für den das Brennmaterial mitgebracht werden muss. Das müsse auch Beachtung finden, fand Kuhrs, dem die anderen Räte zustimmten.

Was Maik Lüer am meisten ärgert, ist die Tatsache, dass es im Juni zwei Beratungen mit den Ortsbürgermeistern, einigen Stadträten und Verwaltungsmitarbeitern zu diesem Thema mit dem Ergebnis gab, dass die Gebühr eine „politische Entscheidung um die 100 Euro“ werden wird.

Das bestätigte auch die zuständige Verwaltungsmitarbeiterin Isolde Niebuhr auf Nachfrage. Es habe aber bisher, so erklärte sie, noch keine politische Entscheidung, die die Stadträte zu beschließen haben, dazu gegeben. Denn diese haben sich noch nicht mit dieser Thematik in den zuständigen Ausschüssen und im Stadtrat beschäftigt. Das sei erst ab Montag mit Beginn der Ausschusssitzungen für die Stadtratssitzung am 14. September der Fall.

Aus diesem Grund, erläuterte die Fachdienstleiterin, wurden die Gebühren für die Trauerhallen sowie die Kosten für den Erwerb der verschiedenen Grabstätten, die beispielsweise bei Erdreihengräber für 25 Jahre auf Friedhöfen mit zentraler Abfallentsorgung ab 662,92 Euro für ein Einzelgrab und auf Friedhöfen ohne Abfallentsorgung ab 565,46 Euro für ein Einzelgrab liegen, von der Verwaltung kostendeckend errechnet und die kalkulierten Preise in die Gebührensatzung eingearbeitet. Die Hansestadt bewirtschaftet drei Friedhöfe ohne Trauerhalle, 24 Friedhöfe mit Trauerhalle und zwölf Trauerhallen auf Friedhöfen in kirchlicher Trägerschaft.

Dass diese in den Ortsteilen, in denen bisher für die Nutzung der Trauerhalle von gar nichts wie in Wannefeld, Trüstedt, Siems, Roxförde, Potzehne und Jävenitz oder Gebühren zwischen elf Euro in Tarnefitz und Sichau bis höchstens 50 Euro in Solpke, Laatzke und Berge gezahlt wurden und ein Einzelgrab mit Liegezeit bis zu 40 Jahren höchstens 160 Euro kostete, für Aufregung sorgt, war der Verwaltung klar. Ob die Summen geändert werden, obliege aber nun dem Stadtrat, machte Isolde Niebuhr deutlich, dessen Fraktionen in den Ausschüssen entsprechende Anträge stellen müssen.

Der Dannefelder Andreas Finger, Orts- und Stadtrat, wurde von seinen Ratskollegen am Dienstagabend beauftragt, einen entsprechenden Antrag in seiner CDU-Fraktion auf den Weg zu bringen. Der Ortschaftsrat Dannefeld sagte zur vorliegenden Gebührensatzung einstimmig Nein.

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