Wasserverband dreht säumigen Kunden schneller als bisher den Hahn zu / „Das geht zu Lasten braver Kunden“

Wasserverband Gardelegen reagiert rigoros

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Der Gardelegener Wasserverband schickt säumigen Kunden ab sofort keine Zahlungserinnerung mehr ins Haus, sondern gleich eine kostenpflichtige Mahnung. Bei den ersten Haushalten fließt bereits kein Wasser mehr.

Gardelegen. Katja Rötz, die Geschäftsführerin des Gardelegener Wasserverbandes, spricht von „schwarzen Schafen“. Und davon, dass der Verband ab sofort rigoroser gegen säumige Kunden vorgeht.

„Dann das geht zu Lasten der braven Kunden“, begründete sie während der Verbandsversammlung am Montagabend die Tatsache, dass der Gardelegener Wasserverband bei Schuldnern ab sofort keine Zahlungserinnerungen mehr verschickt. Sondern gleich eine Mahnung – verbunden mit einer Mahngebühr sowie Verzugszinsen. Die „freundlichen Schreiben“, doch bitte das fehlende Geld an den Wasserverband zu überweisen, spare man sich künftig, weil dies keine gesetzliche Erfordernis sei und obendrein einen zusätzlichen Aufwand bedeute. Dass gleich gemahnt wird, so betonte Katja Rötz, „ist rechtlich in Ordnung. “ Das Ziel sei auch klar: „Wir wollen unsere Kunden, die das Geld haben, aber nicht bezahlen, besser erziehen. “ Beispielsweise, indem sie einen Dauerauftrag zur Überweisung anlegen. So könne man Fristen nicht vergessen.

Hilft auch eine Mahnung nichts, dann geht es weiter: Es folgt die Androhung einer Wassersperre, anschließend wird der Hahn zugedreht. Um an das Geld heranzukommen, sind auch Kontopfändungen, Lohnpfändungen und Zwangsvollstreckungen möglich.

Der Gardelegener Wasserverband hat bereits in 145 Fällen eine Wassersperre angedroht. Laut Katja Rötz habe man in dieser Woche in neun Haushalten das Wasser abgestellt. Für die kommende Woche seien 27 solcher Fälle vorgesehen.

Doch der Wasserverband zeige sich durchaus kulant, wenn Kunden etwaige Zahlungsschwierigkeiten vorher anzeigen würden. „Das kann ja in jeder Familie vorkommen“, so die Geschäftsführerin. Man sei zu Aufschüben und Stundungen bereit – wenn man denn informiert werde. „Man sollte sich bei Schwierigkeiten einfach an uns wenden“, rät Katja Rötz.

Leise Kritik an der härteren Vorgehensweise kam von Peter Wiechmann, Vertreter der Stadt Gardelegen in der Versammlung. „Die Art und Weise, wie das gemacht wird, ist nicht schön“, erklärte er.

Nach Angaben des Wasserverbandes gibt es allein in diesem Jahr (Stichtag: 31. August) 93 000 Euro Rückstände bei den Gebühren und 24 000 Euro nicht bezahlter Beiträge und Erstattungen.

Von Stefan Schmidt

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