Flächennutzungsplan für das gesamte Gardelegener Stadtgebiet soll erarbeitet werden

„Umdenken und Neubetrachtung“

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Das Industriegebiet im Gardelegener Norden. Der neu zu erstellende Flächennutzungsplan für das gesamte Gardelegener Stadtgebiet soll unter anderem festlegen, wo sich künftig Betriebe ansiedeln können.

Gardelegen. Das Stadtgebiet von Gardelegen umfasst eine Fläche von 632 Quadratkilometern. Für dieses Riesenareal muss die Stadt einen Flächennutzungsplan erarbeiten. Einen solchen Plan, kurz F-Plan genannt, gibt es mehr als vier Jahre nach der Gebietsreform nicht.

Wohl aber F-Pläne für einzelne damalige Gemeinden. Wobei andere Gemeinden vor der Gebietsreform nie Flächennutzungspläne erarbeitet haben. Einige Pläne, die bereits existieren, stammen beispielsweise aus den Jahren 1991/92. Und: Die bestehenden Pläne bilden „lediglich die städtebaulichen Ziele des jeweiligen Ortes“ ab. Mit einem allumfassenden Flächennutzungsplan würde man die Belange des gesamten Stadtgebietes berücksichtigen.

„Ich habe einen solchen Flächennutzungsplan vor einiger Zeit noch für überflüssig gehalten“, erklärte Gardelegens Bauamtsleiter Engelhard Behrends während des jüngsten Bauausschusses. Doch das Land schreibe einen aktuellen F-Plan vor. Ohne ein solches Papier gebe es künftig wohl keine Fördermittel, gab er zu Bedenken.

Ein Flächennutzungsplan legt zum Beispiel fest, wo es Industrieansiedlungen geben kann und wo Baugebiete geplant werden können. Dies kann nicht überall im Gardelegener Stadtgebiet geschehen. Und: „Wir müssen den Plan auf den aktuellen Stand bringen“, erläuterte Engelhard Behrends am Dienstagabend im städtischen Hauptausschuss. Denn die Stadt Gardelegen habe beispielsweise vor mehreren Jahren einen Flächennutzungsplan mit diversen Eigenheimgebieten verabschiedet.

Mittlerweile stehe aber fest, resümierte der Bauamtsleiter, dass es gar nicht so viel Bedarf an Baugebieten gebe. „Da müssen wir zurückfahren“, schätzt er ein. Deshalb sei „ein Umdenken und eine Neubetrachtung unablässig“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage, die am nächsten Montag (19 Uhr, Rathaussaal) vom Gardelegener Stadtrat verabschiedet werden soll.

Von Stefan Schmidt

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