Landesregierung entscheidet heute über Trägerschaftswechsel für die Mahn- und Gedenkstätte

Übernahme: Stichtag ist der 1. Mai

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Am 14. April 1945, einen Tag nach dem Massaker, entdeckten amerikanische Soldaten das Grauen in der Feldscheune. Die Mahn- und Gedenkstätte soll zum 1. Mai in die Landesträgerschaft übergehen.

Gardelegen. Heute soll es soweit sein. Die Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe bei Gardelegen wird in die Landesträgerschaft übertragen. Dieses Thema steht auf der Tagesordnung der Zusammenkunft der Landesregierung in Magdeburg.

Im Normalfall ist dieser Punkt nur eine reine Formalie. Denn dass die Stätte, an der in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs 1016 KZ-Häftlinge von den Nazis umgebracht wurden, nicht mehr in Trägerschaft der Stadt verbleiben soll, darüber herrscht Einigkeit. Auch über die Parteigrenzen hinweg.

Dabei zieht sich das Prozedere schon länger hin. Bereits im Dezember 2012 – also vor mehr als zwei Jahren – hatte der Landtag die Übernahme der Mahn- und Gedenkstätte einstimmig befürwortet. Vorausgangen waren Gespräche innerhalb des Landtags-Fachausschusses, an dem auch Vertreter aus Gardelegen wie Bürgermeister Konrad Fuchs und der stellvertretende Vorsitzende des Gedenkstätten-Fördervereins, Paul Schmidt, teilnahmen. Sie alle sprachen sich für eine Übernahme durch das Land aus.

Und erhoffen sich dadurch auch mehr Intensität und Professionalität bei der historischen Aufarbeitung und Bewertung der damaligen Geschehnisse, als die Todesmarsch-Häftlinge am 13. April 1945 in die Feldscheune getrieben wurden, die anschließend angezündet wurde.

„Wir hatten zwar gehofft, dass die Übernahme der Gedenkstätte schneller vollzogen würde“, äußert sich der SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Erben über den heute zu fassenden Beschluss, „Wir sind aber auch froh, dass jetzt alle Hindernisse aus dem Weg geräumt sind.“

Die Übernahme des Areals soll offiziell zum 1. Mai dieses Jahres erfolgen. Einher geht der Trägerwechsel in die Landes-Gedenkstättenstiftung mit geplanten Investitionen von knapp drei Millionen Euro innerhalb der nächsten Jahre. Unter anderem ist eine Dauerausstellung geplant. Und mehr. So gibt es bis heute auf der Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe weder sanitäre Anlagen noch einen Rasentraktor.

Von Stefan Schmidt

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