„Mit Panzern und Tornados kann man schlecht auf Sportplätzen üben“

Die Truppe bleibt in der Heide

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Laut Landtagsbeschluss kann die Bundeswehr auch weiter in der Colbitz-Letzlinger Heide für Auslandseinsätze üben.

Magdeburg / Altmark. Die Bundeswehr soll weiter in der Colbitz-Letzlinger Heide üben dürfen.

Der Landtag lehnte jetzt mit den Stimmen der Koalitionsparteien CDU, SPD und Grüne sowie der AfD einen Antrag der Linken ab, wonach sich das Parlament gegen den Ausbau der Truppenübungsplätze Altmark und Altengra-bow wenden und ein Konzept für die touristische Nutzung der Gebiete fordern sollte.

Ein gleichlautender Vorstoß zum Truppenübungsplatz in Klietz war bereits im Vorfeld zurückgezogen worden. Dort hätten sich sowohl Bürgermeister Hermann Paschke als auch die frühere Landtagsvizepräsidentin Helga Paschke, beide Mitglieder der Linken, für den Standort stark gemacht, merkte Chris Schulenburg (CDU) in seiner Rede an. Er verwies auf die „internationalen Konflikte, die die Bundeswehr fordern“, und das Erstarken des internationalen Terrorismus. „Sie entziehen mit Ihrem Antrag der Bundeswehr die Arbeitsgrundlage“, sagte er an die Linken gewandt. Die Armee habe einen verfassungsmäßigen Auftrag. Um auf ihre Aufgaben vorbereitet zu sein, brauche sie Truppenübungsplätze. „Mit Panzern und Tornados kann man schlecht auf Sportplätzen üben“, so der altmärkische Abgeordnete süffisant.

Gallert hielt dagegen, dass gerade das militärische Engagement der Nato-Staaten zur Radikalisierung im Nahen Osten geführt habe. „Es ist nicht die Lösung, sondern die Ursache dafür“, sagte er. Der Antrag richte sich nicht gegen alle Bundeswehrstandorte im Land. Es gehe lediglich um die Schließung der Truppenübungsplätze, auf denen für Auslandseinsätze trainiert wird. Hinzu komme ein anderer Aspekt: „Man kann die Entwicklung einer ganzen Region im Norden Sachsen-Anhalts nicht ernsthaft auf die Nutzung von Truppenübungsplätzen aufbauen“, so Gallert. Die jüngsten Urteile zur A 14 zeigten zudem, dass der Bundeswehrstandort in der Heide sogar den Ausbau der Infrastruktur behindere. Sein Schluss: „Der einfachste Weg, die A 14 voranzubringen ist, den Bau der Übungsstadt Schnöggersburg zu stoppen.“

Von Christian Wohlt

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