Deponie: „Jeder Eigentümer kann zu jeder Zeit eine größere Tonne bestellen“

Trotz wenig Müll: Helmut Feuerriegel wird größere Tonne aufgezwungen

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Helmut Feuerriegel empört sich über den Bescheid der Deponie: „Ich werde angehalten, mehr Müll zu verbrauchen.“

Gardelegen. „Ich werde angehalten, mehr Müll zu verbrauchen, als ich tatsächlich produziere.“ Das sagt Helmut Feuerriegel aus Gardelegen und schimpft über einen Bescheid der Deponie Gmbh.

Denn Feuerriegel muss für seinen Haushalt ab sofort eine größere Mülltonne nutzen – 120 Liter statt der bisherigen 80-Liter-Tonne.

Der Grund dafür: Aus dem Zwei-Personen-Haushalt ist mit dem Einzug des eigenen Sohnes ein Drei-Personen-Haushalt geworden. Und laut Satzung, vom Kreistag beschlossen, muss ein Drei-Personen-Haushalt eine 120-Liter-Tonne nutzen. Dazu zahlt Feuerriegel – wie jeder andere Hauseigentümer auch – eine Pauschale für vier Leerungen pro Jahr.

„Diese vier Leerungen nutze ich schon bei der kleineren Tonne kaum“, sagt Helmut Feuerriegel. Nun auch noch eine größere Tonne – für ihn ist das „die Aufforderung, mehr Müll zu produzieren.“ Dabei solle doch Müll eingespart werden.

Gabriele Jacobs, bei der Deponie Gmbh für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, verweist auf einen Kreistagsbeschluss zur Abfallwirtschaftssatzung aus dem Jahr 2006. Die Deponie handele demnach im „Auftrag des Landkreises“, wonach sich „die Größe der vorzuhaltenden Restabfalltonne nach der Anzahl der mit Hauptwohnung gemeldeten Personen richtet.“ Ab drei Personen also eine 120-Liter-Tonne. Einen Antrag auf eine kleinere Tonne „kann man nur stellen, wenn sich die Hauhaltsgröße verringert.“ Dann versuche die Deponie GmbH, innerhalb von zwei Wochen zu reagieren, so Gabriele Jacobs. Eine größere Tonne als in der Satzung vorgesehen könne man hingegen „zu jeder Zeit“ bei der Deponie GmbH bestellen. „Davon machen sehr viele ältere Menschen, aber auch junge Familien Gebrauch, weil bei ihnen unter anderem sehr viele Windeln anfallen“, sagt Gabriele Jacobs.

Von Stefan Schmidt

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