Ortsräte in Kloster Neuendorf diskutieren geplanten Kita-Neubau in Jävenitz und Folgen für ihr Dorf

Trotz Gerüchte: Die Kita schließt nicht

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Die „Klosterspatzen“-Kita steht entgegen der Gerüchte im Dorf nicht vor dem Aus.

Kloster Neuendorf. Die Kindertagesstätte (Kita) „Klosterspatzen“ wird nicht geschlossen. Dieses Signal will man in Kloster Neuendorf ganz deutlich nach außen senden.

Denn die Gerüchteküche im Dorf brodelt, seitdem bekannt geworden ist, dass in Jävenitz eine Kindertagesstätte neu gebaut werden soll: „Die Eltern sind verunsichert. Und auch Bewohner sind auf mich zugekommen und meinten ‘Du sag mal, die Kita soll geschlossen werden?’“, erklärte bei der Ortschaftsratssitzung am Freitagabend Melanie Grzywotz, die Mitglied im Elternkuratorium der Kloster Neuendorfer Kita ist.

In Kloster Neuendorf wurde bei der Sitzung des Ortschaftsrates der Neubau einer Kita in Jävenitz diskutiert. Die geplanten Kinderzahlen berücksichtigen nämlich auch die Kinder aus Kloster Neuendorf.

Wie es überhaupt zu den Gerüchten kam, erklärte Ortsbürgermeister Andreas Höppner: Der Jävenitzer Kita-Neubau soll (über das Stark-III-Programm gefördert, Kosten: etwa 2,5 Millionen Euro) 100 Kindern Platz bieten. Als der Gardelegener Bauausschuss im Oktober über diese Kinderzahl diskutierte, „wurde ich hellhörig“, erklärte Höppner. Und er hatte damit Recht. Denn in der Berechnung sind auch die Kinder aus Kloster Neuendorf berücksichtigt. Nach vielen Gesprächen, die Höppner mit der Stadtverwaltung geführt habe, gebe es klar die Aussage, dass die Kita in Kloster Neuendorf nicht geschlossen wird. „In den nächsten drei bis fünf Jahren passiert da nichts“, so der Ortsbürgermeister. Schließlich müssen erstmal Fördermittelanträge raus und so ein Neubau stehe nicht von heute auf morgen. Trotzdem: Die Größe der geplanten Jävenitzer Kita und die Einberechnung der Kinder aus Kloster Neuendorf „lässt schon erkennen, in welche Richtung das laufen soll“, meinte Höppner kritisch.Und das, obwohl die Einrichtung im Dorf gar nicht schlecht dastehe, so wie es in anderen Ortschaften häufiger der Fall sei. Außerdem, so Höppner, würden wieder mehr junge Familien ins Dorf ziehen. Das zeigen die Hauskäufe. Gerade deswegen sei es auch wichtig, eine Kita im Ort vorhalten zu können. Im Vertrag, der im Zuge der freiwilligen Eingemeindung des Dorfes zur Stadt Gardelegen geschlossen worden ist, steht, dass die Kita erhalten wird. Allerdings mit Einschränkungen: Denn schließlich müsse eine Kita wirtschaftlich geführt werden und dafür muss eine Mindestanzahl von Kindern – Höppner: „13 oder 14 Kinder sind da der Knackpunkt“ – vorhanden sein. Derzeit sei das kein Thema: 25 Kinder besuchen die „Klosterspatzen“-Kita. „Eltern, deren Kinder eingewöhnt werden können oder die Geschwisterkinder in der Kita haben, kommen aber jetzt schon und sagen: ‘Ihr werdet doch geschlossen, warum soll ich mein Kind hier anmelden?’ Und wenn wir keine neuen Kinder dazubekommen, dann sind wir unwirtschaftlich“, führte Melanie Grzywotz an und forderte deshalb seitens der Stadt eine ganz klare Positionierung. Es gehe ja auch nicht darum, den Neubau in Jävenitz zu verhindern. Aber die Gewährleistung der Auslastung einer solch großen Kita „soll nicht auf dem Rücken anderer Gemeinden ausgetragen werden“, so Grzywotz. Andreas Höppner regte dann auch an, gemeinsam zu überlegen, wie man sich bezüglich der Kita für die Zukunft positioniert. Und wie man aktuell handelt. Denn es sei nicht in Ordnung, darüber waren sich alle Ortsräte am Freitagabend einig, dass die Stadt in ihrer Entscheidungsfindung das Kloster Neuendorfer Gremium übergangen hat: „Wir hätten angehört werden müssen“, so Höppner. Und auch Ortsrat Frank Nemec klagte an: „Der Ortschaftsrat wird übergangen.“ Bevor man jedoch die „große Keule“ raushole, meinte Höppner, solle man gemeinsam das Gespräch suchen. Zum Beispiel bei einem Ortstermin in der Kita.

Von Hanna Koerdt

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