Lindstedt als Modellprojekt für Leader-Förderung

„Tante-Emma-Laden mit Dienstleistung“

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Hoffen auf viele Ideen: Ottmar Wiesel vom städtischen Bauamt (von links), Heike Winkelmann vom Leader-Management, die LAG-Vorsitzende Verena Schlüsselburg, Marcel Heins vom Verein „Historische Region Lindstedt“ und Dr. Wolfgang Bock, ebenfalls vom Leader-Management.

Lindstedt. Sie ist von Anfang an dabei. Verena Schlüsselburg, die Bismarker Bürgermeisterin, ist seit der ersten Stunde die Vorsitzende der LAG (Lokale Aktionsgruppe) Mittlere Altmark. Dazu gehören auch Lindstedt und die umliegenden Dörfer.

Investiert worden ist in den vergangenen Jahren viel. Aber es wird auch anderweitig gefördert. „Nicht nur in Steine, sondern auch in Ideen“, wie Dr. Wolfgang Bock sagt. Er gehört mit Heike Winkelmann zum LAG-Management der Mittleren Altmark. Und stellte im Lindstedter Gutshaus zwei neue Projekte vor, die mit der Sammlung von Ideen zu tun haben. Dafür gibt es jeweils 20 000 Euro aus EU-Töpfen.

Einmal geht es um nachhaltige Energieversorgung, vor allem für „Lindstedts neue Mitte“, also das Gutshaus und die Nebengebäude. Aber auch um die Daseinsvorsorge, angesichts sinkender Bevölkerungszahlen.

Was theoretisch klingt, will Marcel Heins vom Förderverein „Historische Region Lindstedt“ mit möglichst vielen Mitstreitern konkret umsetzen. In wenigen Tagen gibt es einen ersten Workshop „und wir hoffen auf viele, die sich daran beteiligen“, so Marcel Heins. Ob Vereine, Privatpersonen oder Betriebe: Jeder darf mitmachen, jeder darf seine Ideen einbringen.

Zum Beispiel bei der Arztfrage. Wäre es sinnvoll, im Gutshaus von Lindstedt einen Raum zu schaffen, in dem Ärzte wechselweise Sprechstunden abhalten? Gibt es dafür überhaupt Bedarf – von Seiten der Patienten, aber auch seitens der Mediziner? Könnte man auch einen Raum herrichten, in dem sich Friseur, Fußpflege und weitere Anbieter abwechseln? „Das wäre ein erweiterter Tante-Emma-Laden mit Dienstleistungen“, umschreibt Bock diese Idee, die bereits in anderen Dörfern in die Realität umgesetzt worden ist.

Ein anderes mögliches Beispiel: Könnte man dort, wo die mobilen Verkaufswagen von Bäcker und Fleischer halten, um die Dorfbevölkerung zu versorgen, Bänke hinstellen, auf denen sich die Rentner hinsetzen können? All dies soll in dem Workshop diskutiert werden – und gerne weitere Ideen.

Gibt es ein Ergebnis – bis Ende Oktober muss ein Konzept vorliegen – dann kann für dessen Umsetzung erneut Fördergeld über das Leader-Programm beantragt werden. Aber bis dahin, so betont Bock, „muss man erstmal wissen, was man überhaupt machen will“.

Von Stefan Schmidt

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