„Ein historischer Tag“: 3,7 Millionen Euro werden in den nächsten Jahren in Gardelegen investiert

Stiftung übernimmt Gedenkstätte

+
Der Leiter der Landes-Gedenkstättenstiftung, Dr. Kai Langer (l.), und Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs am Gräberfeld der Mahn- und Gedenkstätte, die morgen in Landesträgerschaft übergeht.

Gardelegen. Die Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe in Gardelegen geht zum morgigen 1. Mai in die Trägerschaft der Landes-Gedenkstättenstiftung über. Den Vertrag dazu unterschrieben gestern Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs und der Leiter der Stiftung, Dr. Kai Langer, im Gardelegener Rathaus.

„Dies ist ein historischer Tag für Gardelegen“, freute sich Fuchs über die Übereinkunft. Seit mehreren Jahren gab es Verhandlungen und zuletzt Beschlüsse im Landtag sowie im Landeskabinett. Die Gedenkstätte – in der Feldscheune am nördlichen Stadtrand wurden unmittelbar vor Ende des Zweiten Weltkriegs 1016 KZ-Häftlinge von den Nazis umgebracht – wird aber auch weiterhin von der Stadt betreut. So übernimmt sie auch künftig die Pflegearbeiten. Außerdem gehört der Kommune nach wie vor das Gelände.

Richtig bemerkbar wird sich der Trägerwechsel wohl erst in ein paar Jahren machen. Denn die Stiftung erhält vom Land nach jetzigem Stand 3,7 Millionen Euro, um die Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe „zu einem modernen Lernort aufzubauen“, wie Langer erklärt. Im Mittelpunkt steht dabei der Bau eines Besucher- und Dokumentationszentrums, wofür alleine mehr als drei Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden sollen. Geplant sind dort auch eine Dauerausstellung und Vortragsräume.

Die Stadt Gardelegen, so betont Fuchs, werde sich „keinesfalls aus der Verantwortung zurückziehen. Wir sind durch Keating in der Pflicht.“ Der damalige Befehlshaber der amerikanischen Alliierten in Gardelegen hatte, nachdem das Massaker von US-Soldaten entdeckt worden war, der Stadt aufgetragen, sich um das ehrende Andenken der Opfer zu kümmern.

Von Stefan Schmidt

Mehr zu dem Thema steht heute in der gedruckten sowie auch in der digitalen Ausgabe.

Mehr zum Thema

Kommentare