Kinder aus Estedt und Umgebung könnten ab 2017 in die Karl-Marx-Sekundarschule gehen

Statt Mieste doch Gardelegen?

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Die Gardelegener Sekundarschule "Karl Marx" hat noch freie Kapazitäten.

Estedt. Gehen Sekundarschüler aus dem einstigen Grundschul-Einzugsbereich Estedt ab dem nächsten Sommer doch in Gardelegen zur Schule?

Diese Änderung ist Bestandteil einer Beschlussvorlage, über die die Mitglieder des kreislichen Bildungsausschusses während ihrer nächsten Beratung – sie findet am Dienstag, 25. Oktober, um 17 Uhr in der Sekundarschule Mieste statt – abstimmen werden. Das letzte Wort hat dann der Kreistag, der am 12. September in Salzwedel tagt.

Hintergrund: Nach dem Aus der Grundschule Estedt gehen die Kinder seit Sommer 2015 zur Otto-Reutter-Grundschule an die Nicolaistraße in Gardelegen. Von dort wechseln die Schüler nach der vierten Klasse als Sekundarschüler zur Karl-Marx-Schule in Gardelegen – mit Ausnahme jener Mädchen und Jungen, die aus dem ehemaligen Grundschul-Einzugsbereich Estedt kommen. Die Kinder aus Estedt, Wiepke, Berge, Zichtau, Ackendorf, Laatzke und Schenkenhorst werden stattdessen mit dem Bus zur Sekundarschule „Am Drömling“ nach Mieste gebracht. Und zwar, indem sie in Gardelegen zusätzlich umsteigen müssen. Maximale Busfahrzeit, in diesem Fall für Kinder aus Schenkenhorst: 44 Minuten.

Grund dieser doppelten Busfahrt ist, dass die Miester Sekundarschule gestärkt werden soll. Mindestens 180 Schüler sind zum Erhalt nötig. Landrat Michael Ziche hatte im Juni im Kreistag allerdings erklärt, dass diese Zufuhr aus dem Bereich Estedt aktuell nicht zwingend nötig sei. Denn Mieste hat Schüler genug. Was vor allem an einer neuen Migrationsklasse mit 20 Mädchen und Jungen liegt, die in Mieste unterrichtet werden. Der Kreistag hatte sich daraufhin ein „Hintertürchen“ gelassen, sollten aktuelle Zahlen vorliegen. Was nun der Fall ist.

Für das Schuljahr 2016/17 ergäbe sich für die Sekundarschule Mieste folgende Schülerzahl: Nach jetzigem Stand 233 (erforderlich: 180) inclusive der 20 Migrationskinder. Ob die Flüchtlingskinder dauerhaft in der Region bleiben, ist aber unklar. Ohne die Kinder aus dem Schuleinzugsbereich Estedt wären es 201 Kinder – also immer noch genug. Würde man die 20 Migrationskinder auch noch komplett abziehen, sähe es für die Miester Sekundarschule hingegen kritisch aus. Dann blieben noch 181 Schüler – 180 müssen es mindestens sein.

Eine Aufnahme der Kinder aus dem Raum Estedt in die Gardelegener Karl-Marx-Sekundarschule wäre hingegen rein von der Raumkapazität her zu stemmen. Ausgelegt ist die Karl-Marx-Sekundarschule für 380 Schüler. Momentan werden an der Gardelegener OdF-Straße 310 Mädchen und Jungen unterrichtet.

Von Stefan Schmidt

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