Gardelegens Kindereinrichtungen: 17 Mitarbeiter gehen in den nächsten sechs Jahren in Rente

42 Prozent sind älter als 50 Jahre

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Um die Kinderbetreuung in den kommunalen Einrichtungen im Gardelegener Stadtgebiet weiterhin gewährleisten zu können, sind in den kommenden Jahren diverse Neueinstellungen nötig. Denn viele Erzieherinnen stehen kurz vor der Rente.

Gardelegen. Auf die Gardelegener Stadtverwaltung kommen in den nächsten Jahren erhebliche Herausforderungen zu. Und zwar, was das Personal in den kommunalen Kindereinrichtungen angeht. Denn viele der Erzieherinnen stehen kurz vor der Rente.

Aufgelistet ist diese Altersstruktur im Arbeitsbericht der Arbeitsgruppe Kita, die vom Gardelegener Stadtrat vor etwas mehr als einem Jahr, nämlich am 1. September 2015, ins Leben gerufen worden war.

Ziel dieser Arbeitsgruppe war es, einen Überblick über alle kommunalen Kindereinrichtungen im Gardelegener Stadtgebiet zu bekommen und Vorschläge für langfristige Lösungen zu erarbeiten. Insgesamt fünfmal hat dieses Gremium getagt und nun den Abschlussbericht erarbeitet. Dieses 61-seitige Dokument liegt jedem Stadtratsmitglied vor und wird am Montagabend, wenn die Gardelegener Stadträte zu ihrer nächsten öffentlichen Sitzung zusammenkommen, vorgestellt. Beginn ist um 19 Uhr im Gardelegener Rathaussaal.

Von den 154 Beschäftigten in den städtischen Kindereinrichtungen sind 65 schon älter als 50 Jahre. Das entspricht einem Anteil von 42 Prozent. Zwölf Erzieherinnen sind bereits älter als 60 Jahre, stehen also unmittelbar vor dem Eintritt ins Rentenalter. Das bedeutet laut Arbeitsgruppe: In den nächsten sechs Jahren gehen nicht weniger als 17 Erzieherinnen in den Ruhestand – mindestens.

Die Stadt benötigt also Nachwuchs. Auch deshalb hatte Bürgermeisterin Mandy Zepig vor rund einem Jahr verfügt, dass alle zeitlich befristeten Verträge mit Erzieherinnen in unbefristete Arbeitsverhältnisse umgewandelt werden – um einen Anreiz für die Mitarbeiter zu geben, auch wirklich hier zu bleiben und nicht abzuwandern. Denn in anderen (westlichen) Bundesländern verdient man, um nur ein Beispiel zu nennen, meist mehr Geld als in Sachsen-Anhalt.

Dabei gibt es derzeit durchaus genügend junge Erzieherinnen. Fast jede vierte Kita-Mitarbeiterin hat das 30. Lebensjahr noch nicht erreicht. Problematisch ist der Altersbereich zwischen 31 und 40 Jahren. So alt ist nämlich nur jede zehnte städtische Erzieherin.

Die Arbeitsgruppe Kita bestand aus den Stadtratsmitgliedern Gudrun Gerecke (Gardelegen), Margot Göbel (Estedt), Dirk Kuke (Weteritz), Oliver Stegert (Parleib), Nico Macht (Gardelegen) und der berufenen Bürgerin Anja Rohrdiek sowie Stadtverwaltungs-Mitarbeiterin Manuela Dietrich-Beckers.

Von Stefan Schmidt

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