„War starts here“-Camp will Übungsbetrieb „stören und blockieren“ / Soldaten sind im Urlaub

Potzehne: 100 Kriegsgegner sind angemeldet

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Im vergangenen Jahr zelteten auf der Wiese bei Potzehne kaum 100 Militärgegner. Mit dieser Zahl rechnet der Altmarkkreis Salzwedel auch für dieses Jahr. Die Militärgegner demonstrieren vom 25. bis 31. Juli.

Potzehne / Letzlingen. Es sind noch zwei Wochen, bis die ersten Militärgegner des „War starts here“ („Krieg beginnt hier“)-Camps wieder auf die Wiese zwischen Potzehne und Parleib fahren werden. Die angemeldete Veranstaltung wird eine Woche lang dauern: Vom 25. bis 31. Juli.

Auf der offiziellen Internetseite des Camps wird seit geraumer Zeit dazu aufgerufen, an dem Zeltlager und dem „Aktionstag“ teilzunehmen. Dieser „Aktionstag“ findet am Sonnabend, 30. Juli, statt. An diesem Tag soll unter anderem versucht werden, auf das Gelände des Truppenübungsplatzes Altmark in der Colbitz-Letzlinger Heide zu gelangen. Oder, wie es die Organisatoren nennen, man will „den Normalbetrieb stören und blockieren.“ Viele Soldaten werden die Kriegsgegner auf dem Truppenübungsplatz allerdings nicht antreffen. Denn während der letzten Juli-Woche herrscht im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) des Heeres Urlaubszeit, ein regulärer Übungsbetrieb findet deshalb gar nicht statt.

Die offizielle Anmeldung für das Camp ist beim Altmarkkreis Salzwedel als Genehmigungsbehörde bereits eingegangen. Laut Dezernent Hans Thiele hat der Veranstalter eine Teilnehmerzahl von 100 Personen angegeben. Dies deckt sich in etwa mit der Zahl der Kriegsgegner, die im vergangenen Sommer auf der Wiese zwischen Potzehne und Parleib vor Ort waren. In den Jahren zuvor waren es teilweise mehrere hundert Camper, im Jahr 2015 kamen hingegen weniger als 100 Antimilitaristen.

Das „War stets here“-Camp findet mittlerweile im fünften Jahr nacheinander statt. Im vergangenen Jahr blieb es weitgehend friedlich. Auch der Umgangston gegenüber manchem Einheimischen sowie gegenüber Polizisten und Bundeswehrsoldaten war längst nicht mehr so aggressiv wie in den drei Camp-Jahren zuvor – andererseits war die Präsenz vor allem der Polizei deutlich geringer als noch in den Anfangsjahren. Zerstörerische Aktionen wie das „Schottern“ von Bahngleisen, das Beschmieren von Fassaden und Straßenschildern, das Zerstören von Zäunen und – als negativer Höhepunkt – das versuchte Lahmlegen des Potzehner Freibades sind im vergangenen Jahr ausgeblieben.

Am „Aktionstag“ findet auf dem Letzlinger Marktplatz auch in diesem Jahr wieder der Sommermarkt statt. Die Erlöse daraus kommen dem benachbarten Freibad in Potzehne zugute.

Von Stefan Schmidt

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